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(ZH)
ZHADAN, Serhij
Wiktorowytsch
II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII
(international
bekannter ukrain. Schriftsteller, Dichter u. Übersetzer aus dem
Industriegebiet Luhansk gebürtig.
Später zog e nach Kharkov/Kharkiv, wo er
an Literaturwissenschaft, Ukrainistik u. Germanistik studierte
u. über den ukrain. Futurismus
promovierte. Seit
1991 gehört der Autor zahlreicher Lyrikbände zu den
prägenden Figuren der jungen Szene in Kharkiv. Zhadan
tritt ausserdem als Organisator von Literatur- u.
Musik-Festivals in Erscheinung u. verfasst
Rocksong-Texte, die er selbst zur Musik der Band "Sobaky
w kosmossi "
/dt.
unde im Kosmos/ spricht. In seinem ersten,
2007 auch auf deutsch erschienenen Roman "Depeche
Mode" schildert
Zhadan die Odyssee seiner drei Protagonisten durch die
postsozialistische Ukraine in der Umbruchszeit der
frühen 1990er Jahre. Die anarchischen Studenten jener
Zeit sehen in der britischen Elektropop-Band "Depeche
Mode" einen Fluchtpunkt ihrer
Träume vom Herauskommen aus dem Schlamassel. In dem
sechsteiligen Essayband "Big Mäc.
Geschichten" ging Zhadan von der
Aufarbeitung der Zeitgeschichte seines Landes über zu
Momentaufnahmen von Orten der Emigranten-Subkultur
Mitteleuropas. Verarbeitet werden Erfahrungen mit der
europäischen kulturellen Bohème, die
sich auf Festivals, Lesungen u. Konzerten trifft, u.a.
in Berlin und Wien. Er wurde international mit seinen
scharfsinnigen Essays über die Ukraine bekannt.
Während der "Orangen Revolution" 2004 verbrannte
Zhadan öffentlich ein Buch von Evgenij Kushnarjov, der als
Chefideologe des Wahlfälschers s. Viktor Janukowytsch
die Bildung eines eigenen Staates im Südosten der Ukraine
gefordert hatte. 2010 unterstützte Zhadan den späteren
Innenminister Avakov bei der Bürgermeisterwahl in Charkiv. /Quelle/
Zhadan war aktiver Teilnehmer des Kharkiver "Majdans" 2014.
Auf der Leipziger
Buchmesse wehrte sich Zhadan gegen
Vorwürfe deutscher Linker, dass die ukrain.
Demokratiebewegung von Rechtsradikalen massiv unterwandert
sei, und sagte: „Faschisten sind diejenigen, die die
aggressive u. chauvinist. Politik Putins unterstützen“.
In der Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung vom 20. April 2014
schilderte Zhadan seine eigenen Erfahrungen bei der
Erstürmung der Gebietsverwaltung von Kharkiv am 1. März
2014. Pubizistische Beiträge von Zhadan erschienen u.a. in
der Neuen Zürcher Zeitung mit "Die Angst der Menschen in
der Ukraine" /2014/ u. "Land ohne Lenin - die Ukraine legt ihr
sowjetische Erbe ab" /2017) .2014
wurde Zhadan für seinen Roman "Die Erfindung des
Jazz im Donbass" /"Voroshilovgrad"
im Original/ ausgezeichnet. Der Roman wurde vom ukrain.
Dienst der BBC zum besten ukrain. Buch des
Jahrzehnts gewählt. 2015 wurde Zhadan mit dem Mitteleuropäischen
Literaturpreis Angelus für "Mesopotamien", ein literarisches Porträt von
Kharkiv, geehrt. 2014-15 war Zhadan mit seiner Band
mehrfach in den Donbass gereist u. hatte Konzerte gegeben u.
Hilfsgüter geliefert. Dabei warnte er immer wieder vor der
russ Aggression. Seine Tagebuchaufzeichnungen erzählen von
„Paradoxa u. zerfallenden Schablonen“, von Niedertracht,
verkehrter Logik u. täglichem Wahnsinn. 2016 gehörte er zu
den Unterzeichnern des Aufrufs des Internationalen
Literaturfestivals Berlin "Schluss mit dem Massenmord
in Aleppo!", der sich gegen den „Bombenkrieg
des russischen Präsidenten s. Vladimir Putin in
der syrischen Stadt Aleppo“ wandte.
Ein Dutzend Bücher Zhadans wurden ins Deutsche übersetzt
u. erschienen hauptsächlich im Suhrkamp-Velag. Die
zuletzt erschienene Übersetzung von Zhadans Roman "Internat" wurde im März 2018 mit
dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie
„Übersetzungen“ ausgezeichnet. 2018 gehörte Zhadan zu den
Erstunterzeichnern eines offenen Briefs an die deutsche
Bundeskanzlerin u. den Bundesaussenminister, in dem diese
darum gebeten wurden, sich für die Freilassung des in
Russland inhaftierten ukrain. Filmemachers s. Oleh
Sencov einzusetzen. Bewertungen der Kritik. Serhij
Zhadan wurde als einer der besten Schriftsteller aus den
Ländern der ehem. UdSSR gefeiert, wobei seine Fähigkeit,
sowohl für ein einfaches als auch für ein gebildetes
Publikum zu schreiben, bemerkt wurde. Sein Roman
"Voroshilovgrad" erhielt
besonderes Lob u. wurde als das Manifest einer ganzen
Generation bezeichnet. Die Lexik zeichnet sich in seinen
Texten durch ein äusserst vielfältiges Vokabular, eine Fülle
von Transformationen aus, was auf die Besonderheit der
Verwendung von Lexemen zurückzuführen ist. Eine Kombination
verschiedener Vokabelebenen - biblischer, militärischer,
politischer, Gefängnisjargon; Experimente mit Synonymie u.
Antonymie erzeugen eine besondere lebendige Wirkung.
Nach Beginn der russ.
Kriegsaggression gegen die Ukraine im Feb. 2022 entfaltete Zhadan in Charkiv
allerlei Aktvitäten, organisiert Konzerte seiner Band in
den U-Bahnstationen u. literar. Lesungen u. unterstützt
als Freiwilliger von Charkiv
aus die ukrain. Armee, sammelt Spenden, kauft
Lebensmittel, Autos, Waschmaschinen u. Drohnen. Aus seinen
Einträgen in den sozialen Medien, in Form eines
Facebook-Tagebuchs, sind eine Art Chronik des Krieges u.
das Buch "Himmel über Charkiw" entstanden, das
die ersten 5 Kriegsmonate schildert. 2022 erhielt Zhadan, der
recht gut Deutsch spricht, den Friedenspreis des Deutschen
Buchhandels. In seiner Festrede sagte er,
Es sei traurig und bezeichnend, dass wir über den
Friedenspreis sprechen, während in Europa wieder
Krieg herrscht. Im März
2023 kündigte Zhadan an, als Kombattant in den Ukrainekrieg zu
ziehen u. als Angehöriger eines Bataillons der ukrain.
Nationalgare zu helfen, die Heimat zu verteidigen. /II III/) 03.24/09.24
ZHARKOV, Anton Viktorovich
(russ. Unternehmer u. Politiker, Abgeordneter der 6. u. 7
Staatsduma RF als Mitglied der Fraktion der Partei "Einiges Russland", Mitglied des
Ausschusses für Verkehr. Studium an der Abchasischen
Staatsuniversität mit einem Abschluss in Rechnungswesen u.
Wirtschaftsprüfung. 2015 schloss er sein Studium an der
Russ. Akademie für Unternehmertum mit einem Abschluss in
Staats- u. Kommunalverwaltung ab. Bis 2002 arbeitete er
als Generaldirektor veines Unternehmens in Magnitogorsk.
Als Miteigentümer von 2 grossen MMK-Handelsstrukturen
beschäftigte er sich mit dem Weiterverkauf von Produkten
des Magnitogorsker Metallurgischen Kombinats MMK u.
investierte in den Kauf der Fleischverarbeitungsanlage u.
die Zentrale Messe von Magnitogorsk. 2002-8 war er
Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft der MMK in
Moskau. 2008-11 leitete er eine Reihe grosser
Handelsunternehmen in Moskau. 2011 wurde er zum Direktor
der Abteilung für Finanz- u. Wirtschaftspolitik der
RUSSOBANK ernannt. Im Dez. 2011 wurde er in die 6. Staatsduma als Teil der
föderalen Kandidatenliste von der Partei "Einiges
Russland" in der Stadt Moskau gewählt. Im Sept. 2016 wurde
er in die 7. Staatsduma im Wahlkreis 205
gewählt. Während seiner Amtszeit als Abgeordneter der
Staatsduma war er Mitautor von 115 Gesetzesinitiativen u.
Änderungen zu Bundesgesetzentwürfen. Zharkovs Einkommen
für 2010 betrug 191,47 Mln. Rubel mit Anteilen an
verschiedenen Firmen. Nach offiziellen Angaben belief sich
sein Einkommen 2011 auf über 61 Mln. Rubel. Zharkov u.
seine Frau besitzen 4 Grundstücke mit einer Gesamtfläche
von 8,4 Tsd. m2, 4 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von
694 m2, 2 Wohngebäude mit einer Fläche von mehr als 1,5
Tsd, m2, sowie mehrere Mercedes-Autos.
ZHAROV, Aleksandr Aleksandrovich II
III
(russ.
Mediziner, Politiker, Journalist u. Beamter. Absolvent der
Staatl. Medizin. Universität des südl. Urals in
Tscheljabinsk. Arbeitete 1987-96 als Arzt im
regionalen klinischen Krankenhaus Nr. 1 von
Tscheljabinsk. 1997 zog er nach Moskau, wo
er bis 1998 als Kolumnist, dann als stv. Chefredaktor
einer medizin. Zeitschrift arbeitete. 1998-99 war er
Berater des Vorstandsvorsitzenden von "RIA Vesti" /jetzt "RIA
Novosti"/, s. Aleksej Volin. 1999-2004 war er
PR-Assistent, Pressesprecher des russ.
Gesundheitsministers s. Jurij Shevchenko. 2004-6 war er
Assistent u. Pressesprecher MP RF s. Mikhail Fradkov.
2001-5 moderierte Zharkov auf dem TV-Sender "Rossija" die
Sendung "Gesundheit u. Leben". 2006-7 war er stv.
Generaldirektor der Allruss. Staatl. Fernseh- u.
Rundfunkgesellschaft.
2004 Dissertation zum Thema „Medizin. u. hygien.
Grundlagen für die Bildung eines gesunden Lebensstils in
der RF. 2013 fand "Dissernet" in der Dissertation
erhebliche Teile ohne Qullenangaben
entlehnt wurden. 2006 graduierte er an der
Jurist. Fakultät der Russ. Akademie für Volkswirtschaft u.
öffentl. Dienst beim Präsidenten RF. 2007-8 Leiter
des Pressedienstes, der Informations- u.
Protokollabteilung der russ. Regierung, stv. Minister für
Telekommunikation u. Massenkommunikation RF unter Igor Shchegolev. 2010 Mitglied des
Direktoriums des "Ersten Kanals". Seit 2008 stv.
Staatsrat RF, 1. Klasse. Im Mai 2012 wurde Zharov zum
Leiter von "Roskomnadzor" ernannt, der staatl. Überwachungsbehörde
für Massenmedien u. Internet. Im April 2018
wurde Zharov mit 17 Beamten u. 7 Geschäftsleuten aus
Russland, die s. Vladimir Putin nahe stehen, auf die sog.
"Kreml-Liste“ der USA gesetzt. Im
März 2019 folgte die Aufnahme Zharovs in die
Sanktionsliste Kanadas. Im April 2019 gab Zharov dem
sozialen Netzwerk "Facebook" 9 Monate Zeit, um die Daten
russ. Nutzer auf dem Territorium der RF zu lokalisieren.
Im März 2020 wurde er auf Anordnung des PM RF von seinem
Posten entbunden. Seit März 2020 amtet er als
Generaldirektor der Aktiengesellschaft "Gazprom-Media Holding".
Kritik u. Ansichten:
Zharov wurde als Leiter von "Roskomnadzor" regelmässig
kritisiert u. im Rahmen der Aktivitäten dieser
Organisation manchmal als „Wachhund"
bezeichnet, der die Medienfreiheit in Russland
bedrohe, insbes. das Internet/Runet. Zharov
argumentierte, dass weder er noch seine Organisation
neue Beschränkungen einleiteten, sondern bestehende
Gesetze u. Gerichtsurteile befolgen mussten. Internetnutzer
wüssten, dass Anonymisierung u. Pseudonymisierung im Web
zur Norm geworden seien, glaubt Aleksandr Zharov. Da sie
erkennen, dass sie nicht identifiziert werden können,
überschreiteten diese Benutzer oft moralische, ethische
u. rechtliche Grenzen, die sie sich im wirklichen Leben
niemals erlauben würden. Die russ. Gesetze zur
Regulierung des Internets, die in der 1. Hälfte der
2010er Jahre in Kraft traten, hätten im Allgemeinen die
ihnen zugewiesenen Hauptfunktionen erfüllt u.
funktioniert, glaubt Zharov. Bei in den Medien u. in der
Gesellschaft geäusserte Meinungen, dass gewisse Gesetze
zu einer Internetzensur führten, habe die weitere Praxis
laut Zharov die Unbegründetheit solcher Befürchtungen
gezeigt; es gäbe zwar Gesetze, aber es gäbe immer noch
keine Zensur in Russland. Ungefähr 80% der
Gesetzesinitiativen im Zusammenhang mit der Sperrung von
Websites würden nicht umgesetzt. Zharov hält es für
offensichtlich, dass keine Blockierung die im Web
befindlichen verbotenen Informationen zerstören könne,
so liege die Natur der Dinge, aber der Staat sei
durchaus in der Lage, es denjenigen, die absichtlich
danach trachteten, so schwer wie möglich zu machen. Dies
sei die Hauptaufgabe von "Roskomnadzor" als
Regulierungsbehörde. Vergleiche mit dem chines.
"Goldenen Schild“ seien oberflächlich, glaubt Zharov: In
Russland werde ein grundlegend anderes Prinzip umgesetzt
– es gäbe keine Mauer gegen die Aussenwelt, sondern
gezieltes Blockieren von Quellen sozial gefährlicher
Inhalte. Laut Zharov sei es kein grosses Problem,
Websites nach IP-Adressen zu blockieren, wenn der
Zugriff auf eine böswillige Website gleichzeitig auf
alle Websites beschränkt ist, die sich auf derselben
IP-Adresse befinden. Zharov glaubt, dass die Aktionen
der grossen globalen sozialen Netzwerke, Konten zu
sperren oder nicht zu sperren, logisch sein sollten. Im
Konfiktfall ist Zharov überzeugt ist, dass es keinen
anderen Weg gibt, als mit der Sperrung des gesamten
sozialen Netzwerk. Was Russland aber v.a. brauche, sei
eine eigene nationale Softwareplattform, d.h. eigene
Dienste u. einen eigenen Internet-Messenger. Letzteres
sei im Rahmen der Importsubstitutionspolitik notwendig,
um die nationale Identität widerzuspiegeln; so
müssten v.a. sprachliche Merkmale verwendet
werden. Bereits heute nutzten laut Zharov etwa 300 Mln.
Menschen auf der Welt russischsprachige Dienste.
Eine Gruppe von Hackern namens "Anonymous International" hackte sich 2015 in die E-Mail des
Leiters von "Roskomnadzor" Aleksandr Zharov, aus der
Auszüge brisanter Korrespondenzen, etwa zur Schliessung
des Radiosenders "Echo in St. Petersburg“ von "The
Insider" veröffentlicht wurden.
Im Juli 2014 veröffentlichte "CNews" unter Bezugnahme auf die
Gewinn- u. Verlustrechnung von 2013 Informationen über das
Einkommen von Zharovs Frau, das sein eigenes deutlich
übersteigt. Die Ehefrau verdiente 26 Mln. Rubel „durch die
Vermietung einer Wohnung u. den Verkauf von Wohnungen“,
ohne den Umfang ihrer Tätigkeit näher anzugeben.
Vom "Forum Freies Russland" wird Zharov folgender
Tatbestände beschuldigt: Umsetzung als Leiter des
"Roskomnadzor" RKN der Massenzensur der Medien, des
Internets u. der Kommunikationsmittel trotz des direkten
Verbots in der Verfassung RF gemäss Art. 29, Art. 5;
Durchführung einer Operation als Leiter des RKN zur
Vertuschung der Propagandaaktivitäten der regierungsnahen
Medien während der Besetzung und Annexion der Krym im
Feb.-März 2014, für die Zharov einen Auftrag von Putin
erhielt; dies habe sich darin ausgedrückt,
dass sowohl damals als auch später die RKN unter der
Führung Zharovs eine massive Blockierung sowohl russ. als
auch ausländ. russischsprachiger Ressourcen forderte, die
sich der Kreml-Propaganda widersetzten; Korruption, u.a.)
ZHAVORONKOV,
Sergej Vladimirovich II III (russ. Ökonom,
Oppositionspolitker. Absolvent der Fakultät für Geschichte
der Staatl. Universität Moskau namens M. V. Lomonosov u.
Aufbaustudium an der Staatl. Universität für
Geisteswissenschaften. Kandidat der
Wirtschaftswissenschaften. Seit
1997 Mitarbeiter des Arbeitszentrums für
Wirtschaftsreformen der Regierung RF. Seit 1998 Fach-,
dann Senior-Experte am "E.T.Gajdar-Institut für Wirtschaftspoltik".
Autor vieler theoret. Arbeiten zu wirtschaftl. Themen.
1995 trat er der Partei "Demokratische Wahl Russlands" bei.
2001-5 war er Mitglied der Partei "Union der Rechten Kräfte", Mitglied
des Moskauer polit. Rats dieser Union. Seit 2004
Vorstandsmitglied der russ. nichtkommerziellen
wissenschaftl. Stiftung "Liberale Mission". Ende Okt. 2005
nahm er zusammen mit der Nationalbolschewist. Partei Russlands
am „Marsch der Unzufriedenen“ teil. Am
7. Nov. 2005 wurde er vom Föderalen Polit. Rat der "Union
der Rechten Kräfte" ausgeschlossen, weil er an diesem
Marsch teilgenommen hatte. 2006-8 war er ein Funktionär
der "Russ. Demokrat. Volksunion". 2006-7
war er selbst einer der Organisatoren des "Marsches der
Unzufriedener". 2008 schloss er sich der Bewegung
"Solidarnost" an u. wurde zum Mitglied des Föderalen
Polit. Rates dieser Bewegung gewählt. 2009-10 war er
Mitglied des Polit. Rates der Moskauer Zweigstelle der
"Solidarnost". 2010 wurde er wegen mehrerer nationalist.
Äusserungen in sozialen Netzwerken aus dieser Bewegung
ausgeschlossen. Im Nov. 2010 wurde er auf der
Generalversammlung der "Demokrat, Wahl Russlands zum stv.
Vorsitzenden der Partei gewählt. Im Dez. 2015 schlug der
Vorsitzende der Partei "Demokrat. Wahl Russlands“, s.
Vladimir Milov, auf einer Sitzung des Föderalen Polit.
Rats vor, seine Stv. Igor Drandin u. Sergej Zhavoronkov
aus der Partei auszuschliessen. Diese Entscheidung erhielt
nicht die erforderliche Anzahl von Stimmen, woraufhin
Milov selbst den Posten des Vorsitzenden verliess. Als
Grund für die Spaltung nannten Anhänger von Drandin u.
Zhavoronkov den mangelnden Erfolg der Partei unter Führung
Milovs in den vergangenen 4 Jahren, seine autoritären
Führungsmethoden u. die fehlende Finanzierung. Milov
erklärte die Spaltung mit den Intrigen des Kremls. Im Juli
2016 beschloss der Föderale Polit. Rat der Partei
"Demokrat. Wahl Russlands", die Partei "Jabloko" bei den Wahlen zur
Staatsduma vom 18. Sept. 2016 zu unterstützen. Im Dez.
2016 fand ein Kongress der "Demokrat. Wahl Russlands“
statt, auf dem Zhavoronkov zum Co-Vorsitzenden der Partei
gewählt wurde.)
ZHDANOV, Ivan Jurevich
(russ. Anwalt. Sohn einer Moskauer Militärfamilie. Absolvent
der Moskauer Staatl. Rechtsuniversität, 2010 Abschluss u.
Postgraduiertenstudium. Nachdem er 2011-13 im Föderalen
Antimonopoldienst u. im Staatsduma-Apparat praktiziert
hatte, war er in seiner eigenen Anwaltskanzlei tätig u.
leitete die regionale Abteilung der polit. Partei "Volksallianz bzw.Russland der Zukunft“
im Autonomen Kreis der Nenzen. Ab 2014 arbeitete er als
Anwalt bei der "Antikorruptions-Stiftung FBK" von s.
Aleksej Navalnyj, später
wurde er zum Leiter der Rechtsabteilung der FBK ernannt u.
sammelte Arbeitserfahrung in Rostov am Don. Während des
Wahlkampfs in Novosibirsk 2015 wurde gegen ihn ein
Strafverfahren nach Art. 142 StGB RF wegen "Fälschung von
Wahlunterlagen u. Referendumsunterlagen" geführt. 2016 wurde
Zhdanov als - selbsternannter - Kandidat in den
Abgeordnetenrat der Siedlung Barvikha im Moskauer Gebiet
akzeptiert. Während des Wahlkampfs wurde gegen ihn ein
Strafverfahren nach Art. 328,
Teil 1 StGB RF wegen "Umgehung des Wehrdienstes"
eröffnet u. seine Wohnung durchsucht. Anschliessend wurden
die Wahlen von der Zentralen Wahlkommissiom RF abgesagt.
Vertreter der FBK verknüpften die Annullierung der Wahlen
mit Beschwerden wegen vorzeitiger Stimmabgabe, aber s. Ella
Pamfilova sagte, dass die Wahlen aus ganz anderen Gründen
abgesagt worden seien. Zhdanov sagte, dass die Annullierung
der Wahlen eine Bestätigung der Richtigkeit der Kandidaten
der Antikorruptionsstiftung sei. 2017-18 nahm Zhdanov am
Wahlkampf für die Zulassung Aleksej Nawalnyjs
zur Präsidentschaftswahl teil. Mehrmals während
des Wahlkampfs verteidigte er den Leiter des Hauptquartiers
von Navalnyj, s. Leonid Volkov,
vor Gericht, der wegen "wiederholter Verletzung
des Verfahrens zur Organisation einer öffentl.
Veranstaltung“ zur administrativen Verantwortung gezogen
wurde. 2017-18 war Zhdanov auch Moderator des Programms
"Jurfak" auf dem YouTube-Kanal "Navalnyj LIVE".
2018-19 war er Sekretär des Zentralrats der Partei
"Russland der Zukunft". Im Mai 2018 wurde er in
Moskau wegen des Verdachts festgenommen, gegen die Regeln
für die Organisation oder Durchführung einer Kundgebung
unter dem Motto "Er ist nicht unser Zar“ verstossen zu
haben. Ihm wurde mit 10 Tagen Verwaltungsarrest gedroht. Zur
gleichen Zeit war Zhdanov bei einer vereinbarten Kundgebung
in Rostov am Don, an der hauptsächlich FBK-Mitarbeiter
festgenommen wurden. Daraufhin verhängte das Moskauer
Tverskoj-Gericht gegen Zhdanov eine Geldstrafe von 20 Tsd.
Rubel. Im Okt. wurde Ivan Zhdanov erneut in Moskau
festgenommen. Das Simonovskij-Gericht in Moskau verhängte
eine Geldstrafe von 250 Tsd. Rubel gegen den
Chefanwalt der FBK wegen der Teilnahme an einer
Online-Übertragung von Aktionen gegen die Erhöhung des
Rentenalters im Sept. Im Dez. 2018 wurde Zhdanov Direktor
der "Antikorruptions-Stiftung FBK". Vjacheslav Gimadi wurde
zum neuen Leiter der Rechtsabteilung ernannt. Bei den Wahlen
2019 stellte Zhdanov seine Kandidatur als Abgeordneter der
Moskauer Stadtduma im Wahlkreis Nr. 8 als selbsternannter
Kandidat auf. Dem in
Tscheljabinsk residierenden Wahlteam gelang es,
etwa 5700 Unterschriften zu sammeln; dies war ausreichend,
um sie bei der Bezirkswahlkommission einzureichen. Bei der
Überprüfung der Unterschriften stellten die Mitarbeiter der
Wahlkommission fest, dass 1197 von 5700 Unterschriften
ungültig waren oder gewesen seien, das waren 21% der
Gesamtzahl der Unterschriften, was als Begründung für die
Entfernung Zhdanovs aus dem Wahlkampf diente. Zusammen mit
einer Reihe anderer Oppositionskandidaten erklärte sich
Zhdanov mit den Ergebnissen der Unterschriftenprüfung nicht
einverstanden u. bezeichnete die Ablehnung von
Unterschriften als rechtswidrig, indem er auf eine polit.
motivierte Entscheidung verwies, mit dem Ziel,
Oppositionskandidaten von der Teilnahme an den Wahlen
auszuschliessen. Danach nahm er zusammen mit anderen
Oppositionskandidaten an täglichen Protesten teil u. sprach
sich auch am 20. Juli bei einer Kundgebung auf der
Sacharov-Allee für die Zulassung aller Oppositionskandidaten
zu den Wahlen zur Stadtduma aus. In der Nacht des 25. Juli
kamen Polizisten zu Zhdanovs Wohnung, um sie zu durchsuchen,
u. brachten ihn noch in derselben Nacht zum Verhör im Zuge
eines am Vortag eingeleiteten Strafverfahrens nach Art. 141
StGB RF. Am 27. Juli wurde er vor Beginn einer Protestaktion
festgenommen, aber am Abend mit anderen nichtregistrierten
Kandidaten freigelassen. Zum 2. Mal wurde er von der Polizei
auf dem Trubnaja-Platz festgenommen. Am 29. Juli liess das
Gericht Zhdanov für 15 Tage festhalten, woraufhin er
gesetzeswidrig in die Stadt Ljubercy im Moskauer Gebiet
überführt wurde. Anfang Aug. anerkannte das Moskauer
Stadtgericht die Weigerung der Wahlkommission, Zhdanov als
Kandidaten für die Moskauer Stadtduma zu registrieren, als
rechtens an. Daraufhin trat Zhdanov in einen Hungerstreik u.
weigerte sich, an einer Gerichtssitzung zu erscheinen. Dann
verzichtete Zhdanov darauf, sich bei den Wahlen zur Moskauer
Stadtduma im 8. Bezirk auf den Stimmzettel setzen zu lassen
u. bat seine Unterstützer, die Oppositionskandidatin s.
Daria Besedina im Rahmen des "Klugen Abstimmens" zu unterstützen. Im
Dez. wurde Zhdanov erneut festgenommen, weil er an einer
Kundgebung teilgenommen hatte, die Mitte Juli in der Nähe
des Gebäudes des Moskauer Wahlkomitees stattfand. Das
Gericht verurteilte ihn zu 10 Tagen Verwaltungshaft. Ein 2.
Mal wurde Zhdanov im Dez. am Ausgang des
Untersuchungsgefängnisses festgenommen, aber bald wieder
freigelassen. Im Aug. 2019 wurde gegen Ivan Zhdanov ein
Strafverfahren nach Art. 315, Teil 2 StGB RF wegen
"Nichtvollstreckung eines Gerichtsentscheids ...“
eingeleitet. Es wurde ihm vorgeworfen, dass er
einen Gerichtsentscheid nicht erfüllt u. den Fiilm "Für euch ist er kein Dimon", der auf
Navalnyjs persönl. YouTube-Kanal gepostet wurde, nicht
entfert habe. Schon früher war wegen desselben
Films bereits ein Strafverfahren gegen den ehem. Direktor
der FBK, Roman Rubanov, eingeleitet worden. Darüber hinaus
wurden 2 weitere Strafverfahren eröffnet – eines nach Art.
141 StGB RF wegen "Behinderung der Ausübung des Stimmrechts
oder der Arbeit der Wahlkommissionen“ sowie ein anderes
nach Art. 174, Teil 4, Absatz
´b´ StGB RF wegen "Legalisierung / Wäsche von
Geldmitteln oder anderem Eigentum, das eine Person infolge
einer Straftat erworben hat“.
Im Dez. 2019 gab Ivan Zhdanov bekannt, dass er sich
entschieden habe, sich 2021 in die 8. Staatsduma wählen zu
lassen. Nachdem die FBK im Juni 2021 vom Moskauer
Stadtgericht als extremist. Organisation eingestuft worden
war, setzte das Innenministerium RF Ivan Zhdanov auf die
föderale u. die internationale Fahndungsliste - nach Art. 315, Teil 2 StGB RF.
Ende Juni 2021 erliess das Nagatinskij-Gericht in Moskau
eine Abwesenheitsentscheidung, Zhdanov wegen Nichteinhaltung
einer Gerichtsentscheidung zu verhaften. Im Aug. 2021 wurde
auch ein Strafverfahren gegen Zhdanov u. andere Personen
wegen "Sammelns von Geldern u. Erbringen von
Finanzdienstleistungen, von denen bekannt ist, dass sie eine
extremist. Organisation finanzieren“, angeklagt.
Gleichzeitig wurde berichtet, dass sich Zhdanov ausserhalb
Russlands aufhält. Im Jan. 2022 fügte "Rosfinmonitoring" der Liste der
"Terroristen u. Extremisten" ausser
Aleksej Navalnyj 2 Mitarbeiter der FBK hinzu, die
vom Justizministerium in
das Register
"ausländ. Agenten"
eingetragen wurden: Ivan Zhdanov, FBK-Direktor, u. Leonid Volkov, amtierender
Vorsitzender der "Partei "Russland der Zukunft“.
In einem am 4. Okt. 2022 auf Youtube
veröffentlichten
Video kündigten
Navalnyjs Vertraute Leonid Volkov u. Ivan Zhdanov
die Bildung eines Netzwerks aus
"Untergrundpartisanen" an. Es sollen Freiwillige
rekrutiert werden, die dabei helfen, Putins Regime
ins Wanken zu bringen u. es schlussendlich, so die
Hoffnung, zu stürzen)
ZHDANOV, Oleg Vladimirovich II III IV
V
VI
VII
VIII
IX X (ehem. Oberst der Streitkräfte der
Ukraine, ukrain. Militärexperte, geboren in Dresden, DDR.
Absolvent der Höheren Artillerie-Kommandoschule in
Khmelnickij, Ukrain. SSR. 1987-92 diente er in der Gruppe
der sowjet. Streitkräfte in Deutschland in der Stadt Borna.
1992-9 diente er in einem Artillerie-Regiment in Perechyn,
Transkarpatien, in einer Gardedivision des ukrain.
Karpaten-Militärbezirks. 1997 u. 1999 unterrichtete er an
der Nationalen Akademie für Verteidigung der Ukraine.
1999-2004 arbeitete er in der Hauptverwaltung Raketentruppen
u. Artillerie, dann in der Hauptverwaltung des Generalstabs
der Streitkräfte der Ukraine. 2007 schied er im Rang eines
Obersten aus der Reserve aus. 2015 kandidierte er für den 7.
Kiever Regionalrat als Vertreter der polit. Partei "Selbsthilfe", wurde aber nicht
gewählt. Als Journalist schreibt er seit 2016 Beiträge für
die ukrain., russ., belaruss. u. irak. Presse. Er eröffnete
seinen eigenen YouTube-Kanal, in dem er Analysen von
Militäreinsätzen veröffentlicht u. wo er 810 Tsd. Followers
hat. In einem Gespräch mit s. Dmitrij Gordon von Anfang Okt.
2022 schloss er die Möglichkeit nicht aus, dass Putin in der
Ukraine taktische Atomwaffen einsetzen könnte. Er ist mit
Ljudmila Zhdanova verheiratet, die Direktorin für strateg.
Entwicklung beim Verlag "Gesundheit der Ukraine“ ist.) 10.22
ZHDANOVA, Natalja Nikolaevna
(russ. Politikerin. Ehem. stv.
Vorsitzende der Regierung des Landes Transbajkalien für
soziale Fragen, ehem. amtierende Ministerin für Bildung,
Wissenschaft u. Jugendpolitik von Transbajkalien, ehem.
Vorsitzende der Gesetzgebenden
Versammlung Transbajkaliens. Im Feb. 2016 wurde
sie vom Präsidenten RF s. Vladimir Putin zur amtierenden
Gouverneurin Transbajkaliens ernannt u. im Sept. von der
Partei "Einiges Russland" zur Gouverneurin Transbajkaliens
gewählt u. trat ihr Amt Ende dieses Monats an.
2017-18 war sie Mitglied des Präsidiums des Staatsrates
RF. Im Okt. 2018 wurde
Zhdanova auf eigenen Wunsch per Dekret des Präsidenten RF
aus dem Amt entlassen, nachdem sie kritisiert
worden war, wie sie mit den sozialen u. wirtschaftl.
Schwierigkeiten des Landes umgegangen war u. nicht genug
Unterstützung in der Bevölkerung erhielt.)
ZHELEZNJAK,
Sergej Vladimirovich
II
III
IV
V VI
VII
VIII
IX
X
(russ. Politiker, Abgeorndeter der
5.-7. Staatsduma RF u. 2012 deren
stv. Vorsitzender, Geschäftsmann/Manager. Ab 2001
Geschäftsführer, dann Manager u. Generaldirektor von "News Outdoor Russia", damals im Besitz
des Medienmoguls Rupert Murdoch. 2007 Absolvent des "IMD International Institute for Management
Development" in Lausanne, Schweiz. 2007 verliess er
die Wirtschaft u. trat bei der Partei "Einiges Russland" in die russ. Politik
ein
„mit dem Wunsch, dem
Vaterland zu dienen u. die Welt zum Besseren zu verändern".
Im Dez. 2007 wurde er in die
5. Staatsduma RF als Vertreter von "Einiges
Russland" gewählt. 2012-18 stv. Sekretär des Generalrats
von "Einiges Russland". 2009 legte der Föderale Steuerdienst RF "News
Outdoor" eine Forderung
wegen unbezahlter Steuern in Höhe von insgesamt 1,34 Mrd.
Rubel im Zeitraum 2005-6 vor, als das Unternehmen von
Zheleznjak geleitet wurde. Dieses erkannte die behördl
Forderung an u. zahlte 2010 die Schulden vollständig zurück.
Vorsitzender der Allruss. Union öffentl. Organisationen
"Volksmehrheit Russlands“ NRB, die im Sept. 2012 ihren
Gründungskongress abhielt. Die Organisation kündigte ihre
Teilnahme an den Aktivitäten der "Gesamtruss. Volksfront" ONF, von
"Einiges Russland" u.a. öffentl. Organisationen an, die
darauf abzielen, die Rechte u. Forderungen der Mehrheit zu
verwirklichen. Analysten betrachteten dieses Ereignis als
Stärkung der Position Zheleznjaks, obwohl die Bedeutung
solcher Bewegungen von Skeptikern bezweifelt wurde. Diese
Organisation wurde Mitglied des sog. "Marsches zur
Verteidigung der Kinder". Die Organisatoren erklärten u.a.
als ihr Ziel, ein vollständiges Verbot der Auslandsadoption
einzuführen.
2007-19 war Zheleznjak während seiner Amtszeit als
Abgeordneter der 5., 6. u. 7. Staatsduma RF
zunächst Mitglied des Staatsduma-Ausschusses für
Wirtschaftspolitik u. Unternehmertum u. ab März 2011
Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für
Informationspolitik, Informationstechnologie u.
Kommunikation Mitautor von 81
Gesetzesinitiativen u. Änderungen von Bundesgesetzentwürfen,
bei denen es sich z.T. um aggressive, böswillige
Gesetzesideen mit reaktionär-repressivem Charakter handelte,
die ausser politisch teilweise auch persönlich motiviert
waren u. wesentlich zur Verschärfung der Verfolgungsjustiz
in Putins Russland beitragen sollten, v.a. im Bereich der
Medienkommunikation sowie in der Verarbeitung der histor.
Vergangenheit. Bei diesen Gesetzen handelt es sich um
folgende Fälle: 2013:
- Sanktionen für die „Herstellung oder Verbreitung von
Massenmedienprodukten mit obszöner Sprache“. Der
Gesetzentwurf wurde von der Staatsduma in 3. Lesung
angenommen, der Föderationsrat billigte die angenommenen
Änderungen ebenfalls. Das Gesetz wurde von Präsident s.
Vladimir Putin unterzeichnet. Danach wurde bekannt, dass
Bussgelder für die Verwendung von Schimpfwörtern in den
Medien für Gäste von Live-Übertragungen nicht gelten würden.
Der zuständige Minister für Massenkommmunikation war damals
s. Aleksej Volin.
- „Gesetz über die Einschränkung des Zugangs
zu rechtswidrigen Informationen im Internet“;
- Gesetz über „ausländische Agenten“; das international finanzierte
gemeinnützige Organisationen dazu zwingt, sich als
"ausländische Agenten" zu registrieren;
- „Gesetz zur Abschaffung der
mobilen Sklaverei“, das es Abonnenten ermöglicht, ihren
Mobilfunkanbieter frei zu wechseln, während die
Telefonnummer beibehalten wird.
- Gesetzentwürfe zum Schutz personenbezogener Daten von
Russen u. der Urheberrechte sowie zum Schutz des
heimischen Kinos. fm Fall eines bestimmten Films forderte der Abgeordnete von der
Generalstaatsanwaltschaft, dem Innenministerium u. dem FSB, die im Film dargelegten
Fakten zu überprüfen.
-
Gesetzentwurf, der Telekommunikationsbetreiber u.
Hosting-Provider verpflichtet, Strafverfolgungsbehörden im
Falle einer Straftat im Internet alle Informationen über
einen auf ihrem Server registrierten Benutzer
bereitzustellen.
- Zheleznjak schlug vor, ein Gesetz zu verabschieden, das
verpflichtet, Server in Russland zu hosten, die
personenbezogene Daten russ. Bürger u. offizielle
Informationen der russ. Behörden speichern.
- Zheleznjak plante, das Werbegesetz hinsichtlich der
Besteuerung von Bloggern zu ändern. Der bekannte Blogger
Rustem Adagamov kritisierte diese Initiative u. wies auf
die Unmöglichkeit ihrer Umsetzung hin.
- Zheleznjak schlug Änderungen vor, die es Mitgliedern der
"Öffentlichen Kammer" verbieten würden, Konten u.
Vermögenswerte im Ausland zu besitzen, u. sie zusätzlich
dazu zwingen würden, entsprechende Erklärungen abzugeben.
- Zheleznjak
richtete eine
Anfrage an den Ausschuss für parlamentar. Ethik der
Staatsduma RF im Zusammenhang mit einer Reise des
Abgeordneten s. Dmitrij Gudkov in die USA, wo er an einer
Konferenz im Gebäude des US-Senats teilnahm. Es ging um die
Frage„ ob der Abgeordnete „das
Recht hatte, dort als Parlamentarier aufzutreten“.
- Gesetz über das Verbot der
Werbung für sexuelle Dienstleistungen in den Medien ein;
Zheleznjak schlug die Einführung eines Verbots der
Platzierung von Werbung in den Medien für die Erbringung
sexueller Dienstleistungen vor, auch unter dem Vorwand der
Organisation von Freizeitaktivitäten. Unter das Verbot
fallen Anzeigen für die Vermittlung von Wohnungen, Saunen,
Massagen, die Erbringung von Begleitdiensten, Striptease
u.a. ähnliche Dienstleistungen. Das Gesetz sieht auch eine
Verwaltungshaft für die Platzierung solcher Anzeigen vor.
- Der Abgeordnete schlug vor, die Propaganda der
Pädophilie in Theaterproduktionen gesetzlich zu verbieten
u. reagierte damit auf die Verleihung des nationalen
Theaterpreises "Goldene Maske“ an das Stück "Ein
Sommernachtstraum“ von Benjamin Britten, inszeniert vom
Stanislavskij- u. Nemirovich- Danchenko Musical Theater,
das als beste Oper anerkannt wurde.
- Der Abgeordnete vor, zu den Gesetzentwürfen über die
strafrechtl. Verantwortlichkeit für Versuche, den
Nationalsozialismus zu rechtfertigen, u. die Rolle der
Sowjetunion beim Sieg im Krieg in Frage zu stellen,
zurückzukehren. Grund dafür waren seiner Meinung nach
Äusserungen von Vertretern der ausserparlamentar.
Opposition, deren Namen er nich bekannt gab.
- 2014 legte Zheleznjak der Staatsduma einen
Änderungsentwurf vor, der ein Verbot der Symbole von
Organisationen einführte, die mit den Nazis kollaborierten.
Die Rechtsabteilung der Duma hielt den Entwurf für
„überflüssig“. Unter die Sanktionen sollten bei Annahme
des Änderungsantrags die Symbole der Russ. Befreiungsarmee
von Andrej Vlasov
fallen. Laut dem Direktor des
"Instituts für Menschenrechte", Valentin Gefter, war das
Projekt des Abgeordneten „eine
weitere ideolog. Gesetzgebung", die sich gegen Bandera richtete. Der Ausschuss für
Verfassungsgesetzgebung der Staatsduma, empfahl, den
Gesetzentwurf Zheleznjaks anzunehmen. In der Folge
unterstützten die Abgeordneten das Gesetz in der 1. Lesung,
u. später wurde es vom Präsidenten RF Putin unterzeichnet.
- Die
Presse wurde auf neue Änderungen des
Anti-Piraterie-Gesetzes aufmerksam, die von Sergej
Zheleznyak u.a. Abgeordneten vorbereitet wurden u. das
Sperren von Websites mit raubkopierten Büchern, Musik,
Programmen u.a. Arten von Inhalten ermöglichen sollten.
Ausserdem können gewöhnl. Internetnutzer, die anerkannte
Raubkopien im Netzwerk veröffentlicht haben, mit einer
Geldstrafe belegt werden.
Die Änderungen traten 3 Monate nach ihrer offiziellen
Verabschiedung in Kraft; für Musikwerke gelten sie seit dem
1. Jan. 2016. Vertreter der Internetwirtschaft reagierten
negativ auf diese Initiative, zumal das Gesetz ihrer Meinung
nach „undurchsichtig" u. unklar sei u.
„... Möglichkeiten für Missbrauch eröffnet u.
unlauteren Wettbewerb provoziert“.
2014 leitete Zheleznjak den
Aufsichtsrat des "Nationalen Anti-Drogen-Union".
Im März 2014 gelangte Zheleznjak zusammen mit einer Reihe
von Unternehmern, Beamten der Verwaltung des Präsidenten
RF, russ. Senatoren u. Abgeordneten auf eine Liste für
Sanktionen gegen Schlüsselsektoren der russ. Wirtschaft
wegen "Verletzung der Souveränität u. territorialen
Integrität der Ukraine". Zuvor wurden gegen ihn Sanktionen
von Seiten der EU, Kanada, Australien u. der Schweiz
verhängt.
Im Mai 2016 gewann
Zheleznjak die Vorwahlen der Partei "Einiges Russland" im
Perovskij-Einmandatsbezirk von Moskau, einer
Verwaltungseinheit, die mehrere Bezirke des östlichen
Verwaltungsbezirks von Moskau u. mehrere Bezirke des
südöstlichen autonomen Kreises
umfasst.
Im Juli 2018 trat Zheleznjak vom Posten des stv. Sekretärs
des Generalrats von "Einiges Russland" zurück, weil er sich
weigerte, die Anhebung des Rentenalters zu unterstützen, die er als wildes Sozialexperiment
bezeichnete. Bei der Abstimmung über die
Rentenreform in der Staatsduma war er nicht anwesend. Dabei
verletzte er den Konsens u. die Regeln. Nach
dieser Stellungnahme zur Rentenreform verschwand Zheleznjak,
ein regelmässiger Teilnehmer an polit. Talkshows auf
föderalen TV-Kanälen, aus den
öffentli. Massenkommunikationsmedien. In der 7. Staatsduma
war er Mitglied des Ausschusses für internationale
Angelegenheiten /2016-21/.
An den Wahlen der Abgeordneten der 8. Staatsduma RF im Sept.
2021 nahm er nicht mehr teil. Nach der Meinuung Sergej
Zheleznjaks sind alle Wahlen der Welt manipuliert.
Kritik u. Vorwürfe der Diskrepanz zwischen
Einnahmen u. Ausgaben: Im Dez. 2012 veröffentlichte s.
Aleksej Navalnyj in seinem Bllog einen Hinwies, dass die
Handlungen von Sergej Zheleznjak den von ihm erklärten
Postulaten über die patriot. Bildung u. Ausbildung in
Russland widersprächen, zumal er forderte, nur einheimische
Produkte zu kaufen, während er 2 im Ausland hergestellte
Autos - Chrysler Prowler u. Lexus RX 350 - besitzt, u. seine
3 Töchter im Ausland studieren, deren Ausbildungskosten jährlich 4,3 Mln. Rubel
betragen, was Zheleznjaks offizielles Einkommen für 2011
/3,4 Mln. Rubel - bei weitem übersteige. Als Reaktion darauf
veröffentlichte Zheleznjak einen Beitrag in Facebook, wo er
erklärte, dass er beim Verlassen von "News Outdoor" eine
Abfindung in Höhe von mehreren 10 Mln. Rubel erhalten habe.
Die Töchter hätten ihm zufolge selbst ausländ. Schulen
gewählt. Später führte der Abgeordnete das Argument ins
Feld, dass seine „Töchter auch ihr Studium abschliessen,
zurückkehren u. hier leben, arbeitenW würden, was
„dem Land u. der Gesellschaft zugute kommen
werden“. Navalnyj
veröffentlichte auch Daten über das Einkommen u.
die Besitzverhältnisse des Abgeordneten von 2006 u. 2010.
Die Kosten für die Ausbildung der Töchter Zheleznjaks
schätzte Navalnyj in
Wirklichkeit auf etwa 22 Mln. Rubel u. warf dem
Abgeordneten eine Diskrepanz zwischen seinen Einnahmen u.
Ausgaben vor. Als Antwort veröffentlichte der Abgeordnete
eine Kopie einer Bescheinigung des Finanzamts, wonach er
2007 bei "News Outdoor" 103,688152 Mln. Rubel verdiente. Ende 2012 veröffentlichte Zheleznjak
Dokumente, denen zufolge sein Einkommen für 2007 103,7
Mln. Rubel betrug. 2014 gab Zheleznjak bekannt,
dass sein monatl. Gehalt als CEO von "News Outdoor Russia"
300 Tsd. Rubel u. die Abfindung 113 Mln. Rubel betrugen. Vor
dem Hintergrund dieser Affäre bat der Journalist der Novaja
gazeta, Irek Murtazin, den Untersuchungsausschuss RF,
Sergej Zheleznjak auf seine Beteiligung an der Legalisierung
von Geldern zu überprüfen, die von Dritten auf strafbare
Weise erlangt wurden. Murtazin war der Ansicht, dass die
Zahlung an Zheleznjak „als ‚Abfindung‘ in Höhe von
103,688152 Mln. Rubel u. 82 Kopeken alle Anzeichen einer
Straftat aufweist“. Seiner Meinung nach hat der Abgeordnete
gegen Art. 174, Teil 4 StGB RF wegen "Legalisierung
/Geldwäsche/ von Geldern oder anderem Eigentum, das von
dritten Personen auf strafbare Weise erworben wurde“, u.
gegen Art. 199.2 StGB RF wegen "Verheimlichung von Geldern
oder Eigentum einer Organisation oder eines einzelnen
Unternehmers“ verstossen. Anschliessend kündigten die
Abgeordneten der Staatsduma RF von "Einiges Russland“,
Vjacheslav Lysakov u. Valerij Trapeznikov, an, Beamten per
Gesetz den Zugang zu ausländ. Immobilien u. Bankkonten zu
verbietet. Dem Projekt zufolge müssen die Kinder von Beamten
nach einem Auslandsstudium nach Russland zurückkehren. Der
Schriftsteller s. Dmitrij Bykov schrieb beim Radiosender
"Kommersant" ein Gedicht über den Konflikt zwischen
Zheleznjak u. Navalnyj. 2014 beschuldigte s. Georgij
Alburov von der "Antikorruptionsstiftung" FSB
Navalnyjs in seinem Blog den stv. Vorsitzenden
der Staatsduma, Sergej Zheleznyak, Einkommen u. Vermögen in
Erklärungen zu verschleiern, u. versprach, entsprechende
Anfragen an die Staatsduma RF u. die Staatsanwaltschaft zu
richten. Er behauptete, dass der Abgeordnete von 2008-12
eine Beteiligung an der zypriotischen Offshore-Gesellschaft
"Dream Yacht Complex Ltd." besass, die als Gründerin zweier
russ. Firmen, "Yachtsman" u. "Yacht Club
Mechta", fungierte. Es wurden entsprechende
Zertifikate aus dem zypriot. Handelsregister veröffentlicht,
aus denen hervorging, dass Zheleznjak 2 nicht angemeldete
Häuser in einem Dorf namens Mechta bei Moskau besass. Ende
2012 trennte sich Zheleznjak von seiner Beteiligung an
"Dream Yacht Complex Ltd." u. den Häusern. Der
Parlamentarier sollte dafür mindestens 1,5 Mln. USD
erhalten, aber in der Erklärung 2012 wurden Einnahmen von
nur 4,7 Mln. Rubel angegeben. Laut Alburov versteckte der
Parlamentarier von "Einiges Russland" die Erlöse aus dem
Verkauf von Immobilien „auf dem Konto eines Offshores in
Liechtenstein“. Zheleznjak dementierte Berichte, wonach ihm
der "Yachtclub Mechta" in der Nähe von Moskau über eine
zypriot. Firma gehörte. Er erklärte auch, dass die von
Alburov bereitgestellten Auszüge aus dem zypriot.
Handelsregister „auf falschen personenbezogenen Daten im
Ausdruck einer bezahlten ausländ. Datenbank beruhen“, dass
seine Kinder „vor sehr langer Zeit“ „unter einer anderen
Adresse in Moskau als der von Alburov angegebenen“ gemeldet
waren u. die in den Unterlagen angegebene Wohnung 2010
verkauft wurde. Es gab jedoch Hinweise darauf, dass
Zheleznjak 2008 Miteigentümer von "Dream Yacht Complex Ltd."
wurde, während seine erwähnte Moskauer Adresse in den
Dokumenten erscheint. Der Abgeordnete erklärte auch, dass es
keine dokumentar. Beweise für eine Verbindung zwischen den
zypriot. Unternehmen u. dem Yachtclub im Moskauer Gebiet
gebe, obwohl die in der Veröffentlichung enthaltenen
Informationen über die Gründung der Clubs "Mechta" u.
"Yachtsman" von "Dream Yacht Complex Ltd. in den offenen
Quellen verfügbar sind. Ende 2013 berichtete der stv.
Vorsitzende der "Partei der
Volksfreiheit", s.
Boris Nemcov, basierend auf Unterlagen der Website des
Föderalen Steuerdienstes, dass Sergej Zheleznjak infolge
Nichtversteuerung über 200 Tsd. Rubel an Einkommens- u.
Transportsteuer schuldete.)
ZHELEZNOV,
Roman Aleksandrovich (russ.
Nationalsozialist, auch "Zuksel" od. "Zjukhel" genannt, der
einer der Ideologen u. Führer der "Anti-Antifa-Bewegung" in
Moskau war u. sich an der Erstellung einer NS-Website
beteiligte. Ausserdem sammelte er Informationen über mehrere
Antifaschisten, die er an den
Anführer von BORN, Ilja Gorjachev, weitergegeben haben
will. Gorjachev bezeichnete Zheleznov als Provokateur, der
für die russ. Sonderdienste arbeite. Zheleznov
wurde eines im Dez. 2006 verübten Attentats auf einen
Antifaschisten verdächtigt. Er war auch Mitglied der Gruppe
"Restrukt" von Maksim Marcinkevich alias Tesak,
eines russ. Nationalisten u. ehem. Skinheads, aber
nach einiger Zeit hatte er Streit mit ihm. Marcinkevich
glaubte, dass "Restrukt" ausserhalb der Politik agieren
sollte, während Zheleznov davon überzeugt war, dass
Mitglieder der Bewegung zu Kundgebungen gebracht werden
sollten. Ferner war Zheleznov Mitglied der ultrarechten
Vereinigung "Wotan Jugend" u.
eng mit Artur Ryno bekannt, der wegen einer Serie von
rassistisch motivierten Morden verurteilt wurde. Im
April 2009 wurde Zheleznov wegen des Verdachts festgenommen,
versucht zu haben, den Antifaschisten Matvej Tal zu
ermorden, der im Jan. erschossen worden war. Zheleznov wurde
daraufhin nach Art. 112 StGB RF wegen "vorsätzlicher
Zufügung einer mittleren Körperverletzung" u. Art. 213 wegen
"Rowdytums" für schuldig befunden u. zu 4 Jahren Lagerhaft
verurteilt. Ausserdem musste er 120 Tsd. Rubel bezahlen. Im
Aug. 2012 wurde Zheleznov aus der Haft entlassen. Im Mai
2013 wurde er erneut wegen des Verdachts festgenommen, 2
Kilogramm Rindfleisch aus einem Geschäft gestohlen zu haben.
Im Nov. wurde er für schuldig befunden u. zu 10 Monaten
Gefängnis verurteilt. Zheleznov selbst gab an, dass er seine
Verhaftung als „politisch motiviert“ betrachtete. Im Juli
2014 floh Zheleznov in die Ukraine, wo er sich dem "Regiment Asov"
anschloss, woraufhin gegen ihn in Russland das erste
Strafverfahren gemäss Art. 359 StGB RF wegen "Söldnertums“
eingeleitet wurde. Roman
Zheleznov wurde auch auf die gesamtruss.
Fahndungsliste gesetzt. Laut den russ.
Strafverfolgungsbehörden nahm
Zheleznov an Kriegshandlungen teil u. erhielt
monatl. 4000 Grivna - Stand 2014 ca. 12 Tsd. Rubel. Der
Pressedienst des Regiments erklärte, dass Zheleznov „ein
Freiwilliger des Pressedienstes" sei u. kein Geld erhalte u.
seine Wohnung sogar selbst bezahle.
Im Okt. 2014 bat Marcinkevich, der sich zu diesem
Zeitpunkt im Gefängnis befand, um seine Freilassung, damit
er in die Ukraine gehen u. Zhelesnov u. den ukrain.
Politiker s. Oleh Ljashko töten könne. Im März 2015 wurde "Zukhel" während
der Kämpfe in der Nähe von Shirokino verwundet u. erlitt
eine Gehirnerschütterung durch eine Granate, die in der Nähe
explodierte. Zheleznov wurde
zusammen mit einem anderen russ. Kämpfer des "Regiments
Asov", Artjom Shirobokov alias "Jesenin“, von Interpol auf
die Fahndungsliste gesetzt, aber nach etwa 2 Wochen wurde
die Nachricht über die Suche nach Zheleznov gelöscht. Im Juli
2017 tauchte im Internet ein Video auf, in dem Zheleznov
verspottet wurde u. in dem er sich von der
nationalsozialist. Bewegung abwendete.
Im Nov. 2017 wurde in Russland
ein Strafprozess gegen Zhelesnov in Abwesenheit
wegen "Söldnertums" eröffnet.
Die Anhörungen fanden vor dem Bezirksgericht Babushkin in
Moskau statt. Dort wurde er in Abwesenheit gemäss Art. 359
StGB RF wegen "Teilnahme eines Söldners an einem bewaffneten
Konflikt“ angeklagt. Zheleznovs Vater beteuerte seine
Unschuld.)
ZHERIKHOV,
Aleksandr Egorovich
II (russ. Rechtsanwalt, Kandidat der
Rechtswissenschaften. Ehem. Sekretär der Botschaft der UdSSR
in der DDR - wo gleichzeitg s. Vladimir Putin als
KGB-Offizier arbeitete -, dann in der BRD. 1991 Wechsel in
die Zollverwaltung: 1998-2000 1. stv. Leiter der Moskauer
Zollverwaltung; ab 2000 1. stv. Leiter der Zentralen
Zollverwaltung - Leiter des Dienstes der
Zollkontrollorganisation; Leiter der Zentralen
Zollverwaltung des Staatl. Zollkomitees RF.
Generaloberst des Zolldienstes. Dann stv.
Vorsitzender des Staatl. Zollkomitees RF. Nach einer Reform
des russ. Zolls war er 2004-6 Leiter des Föderalen Zolldienstes RF. Unter der
Führung Zherikhovs verbesserte sich die soziale, materielle
u. technische Situation der Zollbeamten, im Zuge der
technische Umrüstung der Zollstellen wurden die neusten
Informationstechnologien implementiert, der rechtliche
Rahmen wurde den internationalen Standards angepasst.
Ausserdem wurde das Konzept für die Entwicklung der
Zollbehörden für 2005-10 verabschiedet, das die vollständige
Umsetzung des neuen Zollgesetzbuchs RF umfasste, das den
Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO
vorbereitete. 2006 wurde Zherikhov Vorsitzender des Rats der
Leiter der Zollbehörden der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten GUS.
Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu verschiedenen
Aspekten der Tätigkeit des Zolldienstes.)
ZHICHARJOV, Anatolij Dmitrevich
(russ. Luftwaffenoffizier, ehem.
Generalleutnant
Kommandeur der Fernfliegerkräfte. Absolvent der
Militärakademie des Generalstabs der Streitkräfte RF
/2003/. In den Einheiten der Langstreckenfliegerei diente
er als stv. Schiffskommandant, stv. Kommandant eines
Luftfahrtgeschwaders, Geschwaderkommandant, stv.
Kommandant eines schweren Bomberfliegerregiments,
Regimentskommandeur /1992-96/, stv. Kommandeur einer
schweren Bomberfliegerdivision, ab 2004 Kommandeur der 22.
Garde der schweren Bomber-Luftdivision, bis 2007 stv.
Kommandeur der 37. Luftarmee des Obersten Kommandos,
2007-9 1. stv. Kommandant - Stabschef der 37. Luftwaffe des Obersten Oberkommandos
mit strateg. Zweck. Als im Aug. 2005 s. Vladimir Putin
einen strateg. Bomber vom Typ Tu-160 flog, wurde dessen
Besatzung von Anatolij Zhikharjov, dem Navigator Vladimir
Adamov u. dem Navigator-Operateur Oleg Baranov gesteuert.
Während die Piloten Putin ein Modell Tu-160
überreichten, übergab Zhikharjov dem Präsidenten
ein Tablet mit einer Flugkarte, einer Mütze u.
Handschuhen. Im Sept. 2009 wurde
Zhikharjov per Dekret des Präsidenten RF zum
Kommandeur der Langstreckenluftfahrt der Luftwaffe RF
ernannt. Im Sept. 2016 wurde er bei Erreichen der
Altersgrenze für den Wehrdienst in die Reserve versetzt u.
zum Berater des Präsidenten RF für den Einsatz der
Langstreckenluftfahrt der russ. Luftwaffe ernannt.
Zhikharjov verfügt über die Qualifikation
"Militär. Scharfschützenpilot", beherrscht 8 Flugzeugtypen
/L-29, Il-28, Tu-134, Tu-16, Tu-22M2, Tu-22M3, Tu-160,
3MS/ u. hat über 3000 Flugstunden absolviert.)
ZHILKIN, Aleksandr Aleksandrovich
(russ. Politiker, ehem. langjähriger. Gouverneur des Gebiets
Astrakhan. Absolvent der Fakultät für Physik u. Mathematik
des Staatl. Pädagog. Instituts Astrakhan. 1990-93
Volksabgeordneter Russlands, Mitglied des Obersten Sowjets
Russlands, Mitglied der Fraktion "Smena"/Neue Politik. Im
Aug. 1991 nahm er an der Verteidigung des "Weissen Hauses" teil, wofür er mit der
Medaille "Verteidiger des freien Russlands“ ausgezeichnet
wurde. 2004 sollte Anatolij Guzhvin, seit 1991 1.
Gouverneur des Gebiets Astrakhan, erneut für das Amt des
Gouverneurs kandidieren. Doch im Aug. verstarb er
unerwartet. So wurde Aleksandr Zhilkin als 1. stv.
Gouverneur amtierender Gouverneur. Zhilkin kündigte seine
Teilnahme an den Wahlen an u. ging als einer der Kandidaten
in den Vorwahlurlaub. In diesem Zusammenhang ernannte der
Präsident RF s. Vladimir Putin im Nov. Aleksandr Glazkov zum
amtierenden Gouverneur des Gebiets Astrakhan. Bei den Wahlen
im Dez. 2004 gewann jedoch Aleksandr Zhilkin im 1. Wahlgang
mit 65,34% der Stimmen die Wahl. Er wurde für 5 Jahre
gewählt. Unmittelbar nach der Wahl leitete Zhilkin die
Reform der Exekutivbehörden des Gebiets Astrakhan ein. 2007 unterzeichnete Gouverneur
Zhilkin eine neue Charta für das Gebiet Astrakhan. 2006,
2013 u. 2016 war er Mitglied des Präsidiums des Staatsrates
RF. Bei den Wahlen zur 5. Staatsduma RF im Dez. 2007 führte
er die Regionalliste der Partei "Einiges Russland" an.
Zhilkins Befugnisse liefen im Dez. 2009 aus. Gemäss den
früher angenommenen Gesetzesnormen wurden dem Präsidenten RF
Kandidaten für das Amt des Gouverneurs von der Partei
"Einiges Russland" vorgeschlagen, die in der Duma des
Gebiets Astrakhan die Mehrheit hat. Die Partei schlug erneut
Aleksandr Zhilkin vor, ebenso wie seinen Stv. Konstantin
Markelov u. den Sprecher der Gebietsduma, Aleksandr
Klykanov. Im Nov. reichte der Präsident RF s. Dmitrij
Medvedev die Kandidatur Zhilkins bei der Duma des Gebiets
Astrakhan zur Ermächtigung für eine neue Amtszeit von 5
Jahren ein. Im Dez. stimmten alle Abgeordneten der
Gebietsduma von Astrakhan der Kandidatur von Zhilkin zu. 2012-17
Mitglied des Oberste Rats in der Partei "Einiges Russland". 2014 wurde Zhilkin von der Partei
"Einiges Russland" für eine weitere Amtszeit von 5 Jahren
nominiert. Mit 75,28% der Wählerstimmen wurde er im 1.
Wahlgang gewählt u. trat sein Amt im Sept. an. Im Ranking
der Wirksamkeit von Gouverneuren, das 2015 von der Stiftung für die Entwicklung der
Zivilgesellschaft veröffentlicht wurde, belegte
Zhilkin den letzten 83. Platz, der sich danach um einen
Platz verbesserte. Im
Sept. 2018 stellte Zhilkin einen Antrag auf vorzeitige
Beendigung der Befugnisse des Gouverneurs des Gebiets
Astrakhan, der am selben Tag vom Präsidenten RF Vladimir
Putin genehmigt wurde. Träger zahlreicher russ. Orden.)
ZHIRINOVSKIJ,
Vladimir Volfovich
II III IV V VI
VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII X XI XII XIII XIV
XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII // XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX
XXX XXXI XXXII XXXIII (gew. international bekannter
u. umstrittener russ. /Skandal-/Politiker, Doktor der
Philosophie, Verdienter Rechtsanwalt, Gründer u.
Vorsitzender der ultranationalist., rechtspopulist. u.
rechtsextremen "Liberal-Demokrat.
Partei Russlands" LDPR, einer Partei der sog.
Kreml-nahen "systemischen" Parlamentsopposition in der
Staatsduma RF, in der er seit Dez. 1993
Abgeordneter ist. Vorsitzender
der LDPR-Fraktion in der Staatsduma, ehem. stv.
Vorsitzender der Staatsduma /2000-11/, ehem. Delegierter
der Parlamentar. Versammlung des Europarats /1996-2008/,
ehem. Kandidat für das Amt des Präsidenten RF bei den
Wahlen von 1991, 1996, 2000, 2008, 2012 u. 2018. Bei
diesen Wahlen erhielt er zwischen 2,7% u. 9,35% u.
landete auf dem 3.-5. Platz. Vollkavalier des
Verdienstordens für das Vaterland.
Biographie
u. Karriere: Zhirinovskij
wurde 1946 in Alma-Ata, Kasachische SSR, als Sohn der
Eltern Wolf Isaakovich Ejdelshtejn u. Aleksandra Pavlovna
Zhirinovskaja geboren. Im
Alter von 18 Jahren nahm er den Namen seiner russ.
Mutter an u. leugnet seither seine jüdische Abstammung
väterlicherseits. 1964-70 Studium am Institut
für oriental. Sprachen der M.V.
Lomonosov-Staatsuniversität Moskau /seit 1972
Institut für asiat. u. afrikan. Länder/ mit einem
Abschluss in türkischer Sprache u. Literatur. 1965-67
Studium an der Universität für Marxismus-Leninismus an der
Fakultät für Internationale Beziehungen. Nach eigenen
Angaben begann Zhirinovskij ab April 1967 sich politisch
zu engagieren. Seine erste polit. Aktion bestand darin,
dass er an das ZK der KPdSU einen Brief schickte, der an
L.I. Brezhnev adressiert war, in dem er seine Meinung zur
Notwendigkeit von Reformen in den Bereichen Bildung,
Landwirtschaft u. Stadtverwaltung zum Ausdruck brachte. In
einem Gespräch in der Universitätsabteilung des Moskauer
Stadtkomitees der KPdSU wurde ihm erklärt, dass diese
Vorschläge „aus finanziellen u. polit. Gründen
unrealistisch“ seien. Im 4. Studienjahr wurde Zhirinovskij
in die Türkei geschickt, um als Praktikant u. Übersetzer
in der Stadt
İskenderun zu arbeiten, wo das gleichnamige
Metallurgische Kombinat mit Hilfe der UdSSR gebaut wurde.
1969 wurde er von den Türken „wegen kommunist. Propaganda“
verhaftet, weil er „subversive Abzeichen“ mit dem Bild
V.I. Lenins unter seinen Bekannten verteilte, u. wurde aus
der Türkei ausgewiesen. Es scheint, dass er wegen dieses
Vorfalls nicht in die KPdSU aufgenommen wurde. In der
Folge diente er als Wehrpflichtiger in der polit.
Abteilung des Hauptquartiers des transkaukas.
Militärbezirks in Tbilisi, Georgische SSR, arbeitete im
Sowjet. Komitee zur Verteidigung des Friedens im Sektor
Westeuropa, u. studierte weiter an der Abendabteilung der
jurist. Fakultät der Lomonosov-Staatsuniversität Moskau.
In den 80er Jahren war er Leiter der Rechtsabteilung beim
Verlag "Mir". 1988 nahm er am Gründungskongress der
"Demokrat. Union" der Führerin s. Valerija Novodvorskaja
teil. 1989 gründete er mit Vladimir
Bogachjov die
"Liberaldemokrat. Partei der Sowjetunion" LDPSS, die 1992
in "Liberaldemokrat. Partei Russlands" LDPR umbenannt
wurde. Am 19. Aug. 1991 unterstützte Zhirinovskij als
Führer der LDPSS öffentlich den Putsch gegen
s. Mikhail Gorbachjov
u. nannte die Gegner des Putsches „Abschaum der
Gesellschaft“. Nach dem Scheitern des Putsches erhielt die
Partei eine Abmahnung des Justizministeriums. Im Dez. 1991 nahm Zhirinovskij an einer
Kundgebung von mehreren Tausend Demonstranten gegen die
Liquidierung der UdSSR, dem sog. „Marsch der Hungrigen
Linien“, teil u. forderte die strafrechtl. Verfolgung
derjenigen, die die "Belovezher Vereinbarungen" u. die "Erklärung von Alma-Ata" zur Auflösung
der Sowjetunion unterzeichneten. Im Okt. 1993 unterstützte
er – nach anderen Quellen nicht – die Auflösung des
Kongresses der Volksabgeordneten der UdSSR u. des Obersten
Sowjets Russlands. Im Mai 1999 wurde er für das Amt des
Gouverneurs des Gebiets Belgorod nominiert, belegte mit 17%
jedoch nur den 3. Platz u. wurde nicht gewählt. Im Jan.
2000 wurde er zum stv. Vorsitzenden der 3. Staatsduma RF gewählt, in der der
"Block Zhirinovskij" mit 5,98%
vertreten war; in diesem Zusammenhang trat er von
der Führung der LDPR-Parlamentsfraktion zurück u.
überliess diesen Posten seinem Sohn s. Igor Lebedev, der
zum Vorsitzenden der Fraktion gewählt wurde. Im Dez. 2011
wurde dieser dann umgekehrt zum stv. Vorsitzenden der 6.
Staatsduma RF gewählt –
in der die LDPR auf 12,4% kam /nach 8,9% 2007/
– u. trat von der
Führung der LDPR-Parlamentsfraktion zurück, während
Zhirinovskij erneut Vorsitzender der LDPR-Fraktion in der
Staatsduma wurde. Ab Juli 2012 war er von Amts wegen
Mitglied des Staatsrats RF. 2014 trat er als
Hauptinitiator von Änderungen der Verfassung RF auf, die
es dem Präsidenten RF u.a. ermöglichen würden, 17
Vertreter Russlands auf Lebenszeit in den Föderationsrat
zu entsenden. Im Mai 2014 passierte das Gesetz die 3.
Lesung in der Duma u. wurde vom Föderationsrat gebilligt;
im Juli desselben Jahres wurde es vom Präsidenten RF
unterzeichnet u. am nächsten Tag veröffentlicht.
Zhirinovskij tritt relativ häufig im russ.
Staatsfernsehen auf, wo er seine radikalen geopolit.
Standpunkte zum Besten gibt. In Russland belächelt, wird
er im Ausland gerne als abwegiger demagog. russ.
Polit-Clown u. -Abenteurer gebrandmarkt, der mit seinen
wirren Ideen u. abstrusen polit. Postulaten meist
Kopfschütteln auslöst u. jeglicher polit.
Glaubwürdigkeit entbehrt, weil er jeglichen Sinn für die
Contenance verloren hat, während er von einer Minderheit
von Anhängern verehrt wird.
Innenpolitik: 2011
sagte Zhirinovskij in einem Interview mit "Radio
Liberty", seine Partei befürworte die Umwandlung
Russlands in eine parlamentar. Republik mit der Wahl des
Staatsoberhaupts nicht durch allgemeine Wahlen, sondern
auf der Grundlage des Abstimmungsergebnisses bei einer
Sitzung des dafür zuständigen Gremiums der Duma. Er
vertrat auch die Idee, den Haushalt der Staatsduma wie
im dt. Bundestag zwischen den Fraktionen aufzuteilen.
2020 wiederholte er die Idee, dass das Staatsoberhaupt
nicht durch öffentliche Präsidentschaftswahlen gewählt
werden sollte, sondern nach einer Sitzung des
Staatsrats, dem „40-50 der massgeblichsten Personen“
angehören sollten. Hinsichtlich der
administrativ-territorialen Aufteilung der RF plädierte
Zhirinovskij für eine völlige Aufgabe der autonomen
Republiken nach ethnisch-nationalen Kriterien u.
forderte die Vereinigung von Regionen in 7-12 Provinzen
mit der Möglichkeit der Assimilation kleiner Völker. Es
wird angenommen, dass die im Jahr 2000 von s. Vladimir
Putin gegründeten Föderalen Bezirke auf der Idee der
LDPR errichtet wurden. 2011
unterstützte Zhirinovskij in einem Interview mit "Radio
Liberty" die Idee, das russ. Volk als staatsbildend
anzuerkennen. Gleichzeitig erklärte er, dass er sich keiner
Nation widersetze u. seine Partei eine Gesellschaft wünsche,
in der alle Völker einander respektieren u. niemandem
gegenüber aggressiv seien.
Zhirinovskij sprach sich wiederholt für die
Notwendigkeit aus, nicht standardisierte Gesetze
einzuführen oder bestehende grundlegend zu ändern, z.B.:
2009 schlug er vor, das derzeitige Moratorium für die
Todesstrafe aufzuheben. Sollte jedoch ein Richter ein
irrtümlich vollstrecktes Todesurteil verhängt haben, sei
dieser automatisch selbst zum Tode zu verurteilen. Diese
Massnahme würde laut Zhirinovskij irrtümliche
Todesurteile vollständig beseitigen. Zweitens
unterstützte Zhirinovskij die Verabschiedung eines
Gesetzes über das Recht der Bürger auf den Besitz
persönlicher Schusswaffen in Russland. Drittens schlug
er vor, die Polygamie im ganzen Land, auch für die
nichtmuslimische Bevölkerung, als Mittel zur Lösung der
demografischen Krise sowie gleichgeschlechtliche Ehen zu
legalisieren. Dabei drückte er seine Zuversicht aus,
dass eines Tages ein Gesetz zur gleichgeschlechtlichen
Ehe in Russland verabschiedet wird. Homosexualität sei
eine „biologische Essenz des Menschen. Es ist keine
Kultur, es ist keine Krankheit, sondern Ausdruck der
unmöglichen Harmonie der sexuellen Beziehungen zwischen
Mann und Frau, u. die Natur gibt einen Ausweg." Der
Politiker stellte auch fest, dass gesetzgeberische
Versuche, Homosexuellenpropaganda zu verbieten, den
gegenteiligen Effekt hätten. Ferner lehnte Zhirinovskij
die Anwerbung von Gastarbeitern ab u. versprach im
Wahlkampf 2012, im Falle eines Wahlsiegs Migranten
vollständig aus Russland auszuweisen u. Bürgern der RF
Arbeitsplätze zu verschaffen. Schon vor der
Veröffentlichung des Films forderte er ein Verbot der
russ. komödie „Selbstmörder“ II III allein aufgrund des Titels.
Dem Staatsmann des Russ. Reiches Pjotr Stolypin u. seinen
Reformen misst Zhirinovskij grosse Bedeutung bei u.
behauptete, dass Stolypin eine „sehr notwendige Politik
für unser Land“ verfolgte u. dass, „wenn er nicht
getötet worden u. Regierungschef geblieben wäre, wir
nicht in den 1. Weltkrieg eingetreten wären“ u. Russland
ein „grosses Land“ geblieben wäre. Zhirinovskij glaubt,
dass es Russland eine Wahlmonarchie braucht u. dass
polit. Parteien zu verbieten sind. Liberaldemokrat.
Parteien wie "Jabloko" werden von Zhirinovskij wegen
ihrer pro-westlichen polit. Überzeugung abgelehnt. 2014
schlug er in einer Rede in Jalta, Krym, vor,
Präsident Putin als „Obersten Herrscher“ /Верховный
правитель/ zu berufen u. die offizielle russ.
Trikolore mit einer schwarz-gelb-weissen Flagge u. die
moderne russ. Hymne mit „God save the king“ zu ersetzen.
Darüber hinaus schlug er vor, Inhaftierte aus den
Gefängnissen zu entlassen u. sie „zur Verteidigung von
Lugansk u. Doneck" zu schicken, u.
ein „Propagandaministeriu“ einzuführen. Bezüglich
der Verurteilung s. Aleksej Navalnyjs zu einer
Haftstrafe im Feb. 2021 plädierte er für 15-20 Jahre
Gefängnis für ihn; „sein ganzes Leben“ müsse er in
„Kasematten u. medizin. Einrichtungen verbringen“, denn
er sei „eine ungesunde Person, der seine Familie
nicht schützt“. Im Verhältnis zum Kommunismus u. zur KP
positioniert sich Zhirinovskij u. seine Partei als
glühenden Gegner der kommunist. Ideologie u.
insbesondere der KPRF, die er als vollwertige
Nachfolgerin der KPdSU ansieht. Er wies darauf hin, dass
die KPRF im Gegensatz zu anderen ehemaligen kommunist.
Parteien in Osteuropa ihr Programm u. eine Reihe von
ideolog. Überzeugungen, die sie mit der KPdSU verbinden,
nicht aufgegeben habe. Zhirinovskij war 2006 das einzige
Mitglied der russ. Delegation, das die PACE-Resolution des Europarats
unterstützte, in der „die Verbrechen der totalitären
kommunist. Regimes“ verurteilt wurden; er forderte sogar
die Verhaftung s. Gennadij Zjuganovs, der an der Sitzung
teilnahm. 2011 sagte Zhirinovskij, dass die KPRF eng mit
dem Leninismus u. Stalinismus verbunden sei, u.
kritisierte die Aktivitäten s. Boris Elcyns als einer
Person, die zuvor selbst Sekretär des ZK der KPdSU
gewesen war.
Aussenpolitik:
In einigen Interviews nannte Zhirinovskij Russland einen
Staat hauptsächlich europäischen Formats. Viele seiner
Ansichten zur Aussenpolitik stehen der Politik des russ.
imperialen Nationalismus, des Irredentismus u. des
Revanchismus nahe, begleitet von absurden atomaren
Vernichtungsphantasien.
1992 forderte er die Wiederherstellung der alten russ.
Reichsgrenzen von
1917 mit Finnland, Kongresspolen, Belarus u.
der östlichen Ukraine.
Damals meinte Zhirinovskij in einem Interview
mit einem Journalisten der Zeitung Novyj Vzgljad,
Hitler sei in einem verzerrten Licht dargestellt worden,
aber im Allgemeinen habe seine Ideologie an sich nichts
Negatives beinhaltet.
2007 schlug er vor, im Atlantik russ. Atombomben zu
zünden, um Grossbritannien zu
überfluten. 2010 befürwortete Zhirinovskij den
Beitritt der Ukraine u. Weissrusslands zur RF auf der
Grundlage neuer föderaler Bezirke u. lehnte
selbstverständlich die Mitgliedschaft in der NATO ab.
Terroranschläge auf westliche Ziele hielt er für
Russland von Vorteil.
Das „verdammte"
Polen brauche Russland nicht, sagte er 2014 in Jalta.
Ähnliche Verwünschungen stiess er gegen die Baltischen
Staaten aus. Während des Krieges im Südosten der Ukraine
unterstützte er die pro-russ. Miliz.
Nach der Annexion der Krym durch Russland schlug
Zhirinovskij
den Regierungen Polens, Rumäniens u. Ungarns vor,
eine Aufteilung der Ukraine
zwischen Russland
u. diesen drei Ländern vorzunehmen. 2015
schwafelte er in der Duma im Zusammenhang mit dem
Konflikt Russlands mit der Türkei nach dem Abschuss
einer Su-24 der russ. Luftwaffe davon,
Istanbul zu vernichten. Man müsse lediglich eine
Atombombe über dem Bosporus abwerfen u. die Stadt
werde überflutet. Im Sommer 2019 nannte er die
Situation in der Ukraine „ein Krebsgeschwür“ u.
kündigte einen möglichen Staatsstreich an, in dessen
Folge ein erheblicher Teil der Ukraine Teil Russlands
würde.
Im Feb. 2022 geriet Zhirinovskij in die
Schlagzeilen, weil er in einer Rede vom 27. Dez.
2021 das exakte Datum voraussagte, an dem das russ.
Militär in die Ostukraine einmarschieren wird: „Um 4 Uhr morgens am
22. Feb. werdet ihr [unsere neue Politik] spüren.
Ich hätte gerne, dass 2022 ein friedliches Jahr
wird. Aber ich liebe die Wahrheit, seit 70 Jahren
sage ich die Wahrheit. Es wird nicht friedlich sein.
Es wird ein Jahr sein, in dem Russland wieder gross
wird." Ob einige von Zhirinovskijs aussenpolit.
Prophezeiungen u. Forderungen in der Putinzeit
absichtlich oder zufällig in Erfüllung gingen, sei
dahingestellt.
Sanktionen:
Im Sept. 2014 wurde im Rahmen der
Russland-Sanktionen gegen Zhirinovskij ein
Einreiseverbot in die Länder der EU
u. eine Kontensperre verhängt. Der Rat der
EU stellte fest, dass der Vorsitzende der LDPR als
Mitglied der Staatsduma RF aktiv den Einsatz russ.
Streitkräfte in der Ukraine u. die Annexion der Krym
unterstützte, aktiv für die Teilung der Ukraine
eintrat u. im Namen seiner Partei ein Abkommen mit
der "Volksrepublik Doneck" unterzeichnete. Im April
2014 wurde er auch auf die Sanktionsliste Kanadas
gesetzt, ebenfalls befand er sich auf der
Sanktionsliste der Ukraine, der Schweiz u.
Asutraliens.
Skandale: Die
polit. Tätigkeit Zhirinovskijs ist ohne verschiedene
äusserst skandalöse Taten u. Äusserungen kaum denkbar.
Einige Bsp.: Im Juni 1995 goss Zhirinovskij inmitten
einer TV-Diskussion mit dem Gouverneur des Gebiets
Nizhnij Novgorod, s. Boris Nemcov, Orangensaft über ihn
aus u. zettelte eine Schlägerei an, die auch nach dem
Ende der Sendung anhielt. Die Schuld an dem Vorfall gab
Zhirinovskij Nemcov. Im Sept. 1995 trennte Zhirinovskij
aneinander geratene Abgeordnete der Staatsduma, zog die
Abgeordnete Evgenija Tishkovskaja an den Haaren u.
schlug einer anderen, zufällig vorbeigehenden
Abgeordneten ins Gesicht. Im Feb. 2002 sagte
Zhirinovskij in der Staatsduma, dass nur Russen die
russ. Staatsbürgerschaft verliehen werden sollte. In
Anspielung auf seine jüdische Abstammung gab der
Abgeordnete Boris Nadezhdin von der Fraktion "Union der
Rechten Kräfte" zur Antwort, dass Zhirinovskij in diesem
Fall nicht in der Lage sein würde, die russ.
Staatsbürgerschaft zu erlangen, wobei der Beleidigte ein
Glas auf Nadeschdin warf. 2003 nahm Zhirinovskij eine
Videobotschaft an US-Präsident George W. Bush auf, in
der er den Krieg im Irak scharf verurteilte u. seine
Haltung ihm u. anderen Personen der US-Politik
(Condoleezza Rice, Bill Clinton, Monica Lewinsky)
gegenüber mit Obszönitäten zum Ausdruck brachte. Die
Videobotschaft wurde jedoch nicht veröffentlicht. Im
Feb. 2008 beleidigte Zhirinovskij während der
Vorwahldebatte auf dem TV-Sender "Zvezda" Nikolaj Gotsu
- einen Vertreter des Kandidaten Andrej Bogdanov - der
beim Bezirksgericht Preobrazhenskij in Moskau eine Klage
gegen Zhirinovskij einreichte. Im April 2014 beleidigte
Zhirinovskij vor Beginn der Plenarsitzung der Staatsduma
die schwangere Korrespondentin der Nachrichtenagentur "Rossija segodnja", Stella
Dubovickaja, u. die Korrespondentin von "Interfax". Dabei schrie der
LDPR-Führer „Christus ist auferstanden! Wahrhaft
auferstanden!“ Danach forderten Vertreter verschiedener
russ. Medien u. öffentl. polit. Organisationen, den
LDPR-Chef zur Rechenschaft zu ziehen u. verlangten eine
öffentliche Entschuldigung des Politikers. Des weiteren
wurde vorgeschlagen, ihm für einen bestimmten Zeitraum
das Rederecht bei Sitzungen der Duma sowie sogar sein
Mandat u. die parlamentar. Immunität zu entziehen. Zwar
entschuldigte sich Zhirinovskij offiziell in der
TV-Sendung "Sonntagabend mit Vladimir Solovjov" auf dem
Kanal "Russland-1" u. rechtfertigte sich
damit, dass er nichts von der Schwangerschaft der
Journalistin gewusst habe. Auf Initiative der Staatsduma
wurde aufgrund eines skandalösen Vorfalls eine
Ausstellung mit Porträts von Zhirinovskij im
Duma-Gebäude anlässlich seines Geburtstags aufgelöst.
Aber das Rederecht bei parlamentar. Sitzungen wurde ihm
nicht entzogen. Im Feb. 2018 hatte Zhirinovskij bei den
Vorwahldebatten des TV-Senders "Russland-1" ein
Geplänkel mit s. Ksenija Sobchak, die von ihm mehrmals
beleidigt wurde. Dabei goss Sobchak ein Glas Wasser auf
Zhirinovskij, wofür der LDPR-Chef Sobchak mit mehreren
obszönen Worten verfluchte. Im März 2018 veröffentlichte
der schwule Journalist des TV-Senders "Current Time",
Renat Davletgildeev, im sozialen Netzwerk Facebook einen
Beitrag über „erlebte Belästigung“ durch Vladimir
Zhirinovskij. Daraufhin bezeichnete Zhirinovskijs Sohn
Igor Lebedev, der stv. Sprecher der Staatsduma war, die
Worte Davletgildeevs als „Verleumdung“ u. „Beleidigung“.
Im Sept. 2018 schlug Zhirinovskij bei einer Kundgebung
gegen die Rentenreform, die auf dem Puschkin-Platz
stattfand, einem der Teilnehmer mit den Worten „Du wirst
jetzt bluten!“ ins Gesicht. Das von Augenzeugen
veröffentlichte Filmmaterial zeigte, wie einer der
Anwesenden auf dem Puschkin-Platz dem Politiker an die
Beine schlug, woraufhin Zhirinovskij das Gleichgewicht
verlor u. zu Boden stürzte. Wachen eilten sofort herbei,
um ihn wieder auf die Beine zu helfen. Der von
Zhirinovskij geschlagene Demonstrant entpuppte sich als
Bürger der Ukraine.
Kritik wegen
Äntisemitismus u. Xenophobie:
Sprache
u. Ideologie Zhirinovskijs sind geprägt von
demagogischen u.
Verschwörungstheorien,
nationalist.-fremdenfeindl. Populismus sowie (trotz
seiner eigenen jüdischen Abstammung väterlicherseits)
von Antisemitismus – er wies
seinerseits etwa darauf hin, dass die Juden oft selbst
für den Antisemitismus verantwortlich seien. Sein
Gedankengut wurde von diversen Autoren als faschistisch
bezeichnet, so in einem Buch von s. Andreas Umland von
1993. In einem Interview mit s. Vladimir Pozner im Sept.
2010 zog Zhirinovskij seine früheren antisemit.
Äusserungen zurück u. erklärte, dass er in allen Fällen
entweder missverstanden, falsch interpretiert oder dass
seine Rede bearbeitet worden sei. Im Sept. 2018
kam es während einer Abendsendung bei s. Vladimir
Solovjov zu einem Geplänkel zwischen den Abgeordneten
Zhirinovskij u. s. Aleksandr Khinshtejn. Letzterer
behauptete in einem Brief, er sei „vom Abgeordneten der
Staatsduma, dem Vorsitzenden der LDPR-Fraktion
Zhirinovskij, beleidigt worden“. In dem Brief wurde auch
festgestellt, dass sich der LDPR-Vorsitzende „eine Reihe
antisemit. Äusserungen erlaubt“ habe. Khinshtejn reichte
eine Beschwerde gegen die Handlungen des LDPR-Chefs bei
der Duma-Kommission für die Kontrolle des Einkommens u.
der Ethik der Abgeordneten ein.
Zhirinovskij drückte auch offen seine Abneigung gegen
Ausländer verschiedener Provenienz aus, v.a. gegen
solche aus dem "Osten" u. "Süden", etwa gegen die Türken
- deren Sprache er studierte - , gegen die Völker
Zentralasiens u. Transkaukasiens sowie gegen fast alle
ethnischen Minderheitn des Nordkaukasus. Gleichfalls
forderte er die Vertreibung aller Chinesen aus dem russ.
Fernen Osten. Nach einer beleidigenden Bemerkung über
das kasachische Volk erklärte die kasach.
Staatsanwaltschaft 2005 Zhirinovskij in diesem Land zur
unerwünschten Person. Zu Kasachstan erklärte er, dass er
dieses Land vorzeitig verlassen habe, weil er nicht in
der Nähe der Einwohner Zentralasiens leben könne. 2011
wurde Zhirinovskij auf dem Territorium einer
konstituierenden Einheit Russlands, in der Republik
Komi, zur unerwünschten Person erklärt, nachdem er in
einer TV-Sendung das Existenzrecht des Autonomen Kreises
Komi-Perm angezweifelt u. die Komi als Minderheit unter
Russen abgetan hatte. Im Mai 2013 beschloss das
Parlament Kirgistans, Zhirinovskij als Persona non grata
anzuerkennen, was mit seiner Erklärung begründet wurde,
dass Kirgistan den Issyk-Kul-See an Russland abtreten
sollte, um die Schulden zu begleichen. Später wurde in
einer Erklärung des kirgis. Aussenministeriums
festgestellt, dass Zhirinovskij wiederholt inakzeptable
Äusserungen getätigt habe, die die nationalen Gefühle
des kirgis. Volkes verletzten. Im Okt. 2013 kündigte der LDPR-Chef in
der Sendung "Duell" des TV-Senders "Russland-1" die
Notwendigkeit an, im Rahmen der „Terrorismusbekämpfung“ die
Geburtenrate in den Republiken des Nordkaukasus zu begrenzen,
indem eine Geldstrafe für die Geburt von mehr als zwei
Kindern verhängt wird. Wenn die Bevölkerung dieser
Region selbst nicht weniger Kinder gebären wolle, dann
soll der Kaukasus mit Stacheldraht eingezäunt werden.
Nach diesen Äusserungen stellte der tschetschen. Zweig
der LDPR seine Aktivitäten unter Berufung auf die
Tatsache ein, dass Zhirinovskij sich als Träger der
faschist. Ideologie kompromittiert habe. Der Sprecher
des tschetschenischen Parlaments, Dukuvakha
Abdurakhmanov, beschuldigte Zhirinovskij des Faschismus,
u. der Vorsitzende des tschetschen. Ausschusses für
Nationalitätenangelegenheiten, Gadzhimet Safaraliev, bat
die Generalstaatsanwaltschaft, die Äusserungen
Zhirinovskijs im Fernsehen auf Propagandaextremismus zu
überprüfen. Auch der Vorsitzende der Partei "Jabloko",
s. Sergej Mitrokhin, richtete einen Appell an das
Untersuchungskomitee RF mit der Forderung, ein
Strafverfahren gegen Zhirinovskij gemäss dem Artikel
über die Anstiftung zu Hass oder Feindschaft u.
Erniedrigung der Menschenwürde einzuleiten. Präsident s.
Vladimir Putin forderte bei einem persönl. Treffen
Zhirinovskij auf, bei öffentl. Reden mehr Zurückhaltung
zu üben. Im Nov. sagte Zhirinovskij bei einer Sitzung
der Staatsduma, er bedauere seine Worte, erklärte aber,
dass er „nicht immer richtig verstanden werde“. Die
Worte, dass der Kaukasus mit Stacheldraht umgeben werden
sollte, wollte Zhirinovskij im Sinne eines Vorschlags
verstanden wissen, es sei damit die Errichtung von
Strassensperren gemeint gewesen, um bei Operationen
Kriminelle zu fassen.
Gerichtsfälle:
Im Mai 1994 nannte s. Egor Gajdar Zhirinovskij auf den
Seiten der Zeitung Izvestija den „beliebtesten
faschist. Führer Russlands“. Daraufhin verklagte
Zhirinovskij Gajdar u. die Zeitung wegen Verleumdung.
Die Klage wurde von Zhirinovskij gewonnen: Beide
Angeklagten wurden mit einer Geldstrafe von 250 USD
belegt, wobei Gajdar zusätzlich gezwungen wurde, sich
bei Zhirinovskij öffentlich zu entschuldigen. Im Juni
1998 beschloss die Vorsitzende des Moskauer
Stadtgerichts, Zoja Korneva, von Zhirinovskij 15 Tsd.
Rubel zugunsten der NTV-Journalistin Elena Masjuk
einzufordern u. ihn auch zu verpflichten, sich für
unbegründete Anschuldigungen öffentlich zu
entschuldigen, Geld von Tschetschenen erhalten zu haben.
Im Jan. 2012 reichte der Geschäftsmann Aleksej Reutov
beim Sverdlovsker Gericht in Perm eine Klage zum Schutz
der Ehre u. Würde ein, nachdem Zhirinovskij gesagt
hatte, dass die „debilsten“ Menschen Russlands im Ural
lebten: Von Perm bis Ekaterinburg sei die Bevölkerung
schwachsinnig u. dumm. Er sei seit 40 Jahren im Land
unterwegs u. es gäbe keine dümmere Bevölkerung als im
Ural. Auch Elcyn sei dort geboren worden. Das Gericht
wies die Klage ab. Im Nov. 2018 reichte der Abgeordnete
der Staatsduma RF, s. Aleksandr Khinshtejn, beim
Bezirksgericht Tverskoj in Moskau eine Klage zum Schutz
der Ehre u. Würde gegen Zhirinovskij ein. Anlass des
Verfahrens war eine Politikerdiskussion im Programm von
s. Vladimir Solovjov /s. oben unter Kritik wegen
Antisemitismus u. Xenophobie. Der Geschädigte
schätzte den moralischen Schaden auf 10 Mln. Rubel.
Kritik des "Forum Freies Russland":
Beschuldigt wird Zhirinovskij der Mittäterschaft bei
einem verfassungswidrigen Staatsstreich u. bei
Machtaneignung, Zerstörung der Bürgerrechte u.
-freiheiten, Beseitigung demokrat. Institutionen,
Unterdrückung der Opposition, Korruption, Mittäterschaft
bei internationalen Aggressionen. Zhirinovsky LDPR
spiele die Rolle eines Spielzeugs, Gerichts, einer
falschen Opposition. Die LDPR u. ihr Führer Zhirinovskij
hätten viele Jahre lang erfolgreich die Aktivitäten der
Opposition imitiert u. das herrschende Regime in
Russland de facto immer in allen grundsätzlichen Fragen
unterstützt u. wenn es notwendig war, eine Entscheidung
im Interesse des Kreml zu treffen, in der Duma
ausnahmslos im Sinne des Kremls gestimmt, so bei der
Annexion der Krym 2014, indem die LDPR für die
Ratifizierung des Abkommens über den „Beitritt“ der Krym
zu Russland stimmte. Zhirinovskij u. der LDPR
wurden wiederholt Verbindungen zu Kriminellen
vorgeworfen. 2014 gestand ein ehem. Assistent
Zhirinovskijs u. Staatsduma-Abgeordneter Mikhail
Glushchenko alias Misha Khokhol, der mit der kriminellen
"Tambover" Gruppe in Verbindung stand, seine Mitschuld
am Mord an s. Galina Starovojtova.
Kritik an der
Dissertation Zhirinovskijs: Die
Dissertation, die Vladimir Zhirinovskij im April 1998
vor dem Akadem. Rat der Lomonosov-Staatsuniversität
Moskau zur Erlangung des Grads eines Doktors der
Philosophie zum Thema "Die Vergangenheit, Gegenwart u.
Zukunft der russ. Nation: Die russ. Frage: Soziale u.
philosophische Analyse" im Fach Geschichte der
Soziologie verteidigte, wurde von Gutachtern negativ
bewertet. Professor Vladimir Galochkin, stv. Dekan für
Presse-, Informations- u. Öffentlichkeitsarbeit der
Fakultät für Soziologie der Moskauer Staatsuniversität,
erklärte, dass Zhirinovskijs Dissertation „keine
eigenständige wissenschaftl. Arbeit, sondern ein
Dissertationsbericht“ sei, dessen Grundlage die 11 Bände
der Reflexionen des LDPR-Führers aus verschiedenen
Jahren bildeten. Auch aus dem Institut für gesellschaftspolit.
Forschung der RAW kam eine negative Bewertung des
Dissertationstextes. Trotz der Einwände einer Gruppe von
Mitgliedern des Sachverständigenrats der Höheren
Bescheinigungskommission VAK für Soziologie u.
Politikwissenschaft unter der Leitung des
korrespondierenden Mitglieds RAW A.V. Dmitriev, einen
Doktortitel für eine solche Arbeit zu verleihen, stimmte
das Präsidium der VAK unter dem Einfluss des
Vizepräsidenten RAW V.N. Kudrjavcev u. einiger seiner
Unterstützer „dafür“. Mehrere Medien stellten fest, dass
während der Verteidigung Mitglieder der VAK-Kommission
Bestechungsgelder in Höhe von 5000 USD erhielten. 2013
richtete der Abgeordneter der Staatsduma RF I. V.
Ponomarjov eine Anfrage an den Generalstaatsanwalt RF s.
Ju.Ja. Chajka mit der Bitte, „eine
staatsanwaltschaftliche Prüfung der Rechtmässigkeit der
Dissertationsverteidigung [Zhirinovskijs]
durchzuführen“. In der Folge reichte Zhirinovskij beim
Presnenskij-Gericht in Moskau eine Verleumdungsklage
gegen Ponomarjov sowie gegen die Nachrichtenagentur
"Rosbalt" u. die Zeitung Komsomolskaja pravda
ein, um jeweils 1 Mln. Rubel immateriellen Schädeneratz
einzufordern. Das Gericht befriedigte teilweise die
Ansprüche Zhirinovskijs gegen "Rosbalt", die dem Kläger
100 Tsd. Rubel zahlen musste.
Der
Journalist u. Publizist s. Egor Prosvirnin nannte
Zhirinovskij ironischerweise einen hervorragenden
Bühnenschauspieler, der nichts mit Politik zu tun habe u.
der „im Abstand von einer Minute völlig entgegengesetzte
Dinge sagen könne, ohne sich zu verlieren u. ohne den
Gesichtsausdruck zu veränder
COVID-19: Anfang Sept. 2020 wurde Zhirinovskij
gegen das Coronavirus geimpft, nahm freiwillig an klinischen
Studien nach der Verabreichung des russ. Impfstoffs "Sputnik-V"
teil u. erhielt 3 Wochen später seine 2. Dosis ohne
Nebenwirkungen. Nach der Abnahme des Antikörperspiegels
erhielt Zhirinovskij im Dez. 2020 eine weitere Injektion von
"Sputnik Light", die danach mit einem Nasenspray-Impfstoff,
ebenfalls von "Sputnik", fixiert wurde. Ende Sommer 2021
wurde er mit 2 Dosen des Impfstoffs "CoviVac"
behandelt. Im Dez. 2021 erhielt er
seine 7. u. 8. Impfung mit "CoviVacom". Im Jan. 2022 gab
Zhirinovskij seine Meinung bekannt, dass es „die ideale
Option sei, alle 2 Monate eine zusätzliche Injektion zu
geben“, u. betonte, es bestehe die Möglichkeit, dass er der
einzige Russe sei, der so oft gegen COVID geimpft worden
sei. Im Feb. 2022 wurde Zhirinovskij mit einer zweiseitigen
Lungenentzündung, die sich vor dem Hintergrund des
"Omicron"-Stammes des Coronavirus entwickelt hatte, in das
Moskauer
Zentrale Klinische Spital
eingeliefert u. an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Am 26.
Feb. wurde er in ein medizin. induziertes Koma versetzt. Wie
"RIA Novosti" am 3. März 2022 berichtete, sei der Zustand
von Vladimir Zhirinovskij stabil geblieben u. viele
Parameter seines Körpers hätten sich im Allgemeinen wieder
normalisiert. Allerdings brauche er noch ärztliche
Betreuung, um folgenlos aus der Krankheit herauszukommen. Am
6. April 2022 ist er an den Folgen der Coronavirus-Infektion
gestorben. Putin legte vor dem offenen Sarg des Politikers
Blumen nieder. Möglichrweise hatte der Kremlchef seinen Atomkoffer dabei,
wie Fotos belegen solten. Ein mysteriöser Aktenkoffer in den
Händen eines Mannes, der direkt hinter dem russ. Staatschef
ging, erregte entsprechende Aufmerksamkeit der Beobachter.
Ob es sich bei dem schwarzen Koffer wirklich um den Koffer
mit Startdaten für Atomraketen handelte, war unklar, dennoch
löste der Kremldespot mit diesem Auftritt Konfusion u. Angst
aus. Patriarch s. Kirill leitete die Trauerferier, der
Verstorbene wurde auf dem Neujungfrauenfriedenhof in
Nachbarschaft der Gräber Evgenij Primakovs u. Boris Elcyns
beigesetzt. Würdigung im russ. Staatsfernsehen.)
ZHUJKOV, Dmitrij Sergeevich
(russ. Beamter, Verdienter Rechtsanwalt RF, Absolvent der
Moskauer Staatl. Jurist. Universität
"O.E. Kutafin" MSAL. Ab 2004 Leiter des Büros des
Präsidenten RF zur Gewährleistung der verfassungsmässigen
Rechte der Bürger, ab 2006 stv. Vorsitzender der
Kommission für Fragen der Staatsbürgerschaft beim
Präsidenten RF, seit 2020 stv. Justizminister RF,
amtierender Staatsrat RF.)
ZHUKOV, Aleksandr Dmitrievich
II III IV V VI VII (russ. Politiker der Staatsduma
RF, Studium der Mathematik, Informatik u. Physik an der
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Staatl.
Universität Moskau "M.V. Lomonosov". Studium an den
Höheren Wirtschaftskursen des Staatl. Planungsausschusses
der UdSSR. Besitzt ein Diplom der Harvard University.
Spezialist auf dem Gebiet des Währungs-, Steuer- u.
Zollrechts. Arbeitete in der Akademie der Wissenschaften
der UdSSR, war Angestellter der Hauptdirektion für Währung
u. Wirtschaft des Finanzministeriums der UdSSR u. als
Ökonom in leitenden Funktionen in der Abteilung für die
Finanzierung der Aussenwirtschaftsbeziehungen tätig.
1986-89 Abgeordneter des Volksdeputiertenrats des Bezirks
Bauman. Abgeordneter der 1.-4. u. 6.-8. Staatsduma RF,
hauptsächlich Mitglied der Ausschüsse für Haushalt,
Steuern, Banken u. Finanzen, der Kommission für
Staatsverschuldung u. Auslandsvermögen. 1998-2003 Mitglied
des Aufsichtsrats der "Sberbank", Mitglied des
Verwaltungsrats der "Agentur für die Umstrukturierung von
Kreditorganisationen" ARCO, Mitglied des Wirtschaftsrats
der Regierung RF, Mitglied des Nationalen Bankrats der
Zentralbank RF. Während der 3. Staatsduma war er
Mitglied der parlamentar. Fraktion "Vaterland – Ganz Russland". In der
4. Staatsduma wurde er Mitglied der Partei u Fraktion "Einiges
Russland" u. 1. stv. Vorsitzender der Staatsduma.
2004-11 stv. MP RF, Vorsitzender der
Regierungskommissionen für Gesetzgebung u. für
internationale humanitäre u. technische Hilfe. 2008
Vorsitzender des Kuratoriums der Wohnungsbaustiftung RF.
2011 wurde er in die 6. Staatsduma RF auf der Liste von
"Einiges Russland" aus dem Gebiet Kaliningrad u erneut zum
1. stv. Vorsitzenden der Staatsduma RF gewählt. Mitglied
des Haushalts- u. Steuerausschusses. 2016 wurde er in die
7. u. 2021 in die 8. Staatsduma gewählt. Mitglied des
Präsidiums des Obersten Rates der Partei "Einiges
Russland“. Während seiner Amtszeit als Abgeordneter der
Staatsduma war er Mitautor von 112 Gesetzesinitiativen u.
Änderungen zu Bundesgesetzentwürfen. Träger zahlreicher
staatl. Auszeichnungen u. des Präsidnten RF.
Ehem. Vorsitzender des Kuratoriums des Bolschoj-Theaters. Ehem.
Vizepräsident u. Präsident des Russ. Schachverbands. Ehem.
Präsident des Russ. Olympischen Komitees, Mitglied des
Internationalen Olympischen Komitees; 2017 wurde er wegen des russ.
Doping-Skandals, ausgelöst durch den McLaren-Report,
vom IOC suspendiert.
2016 wurde er zum Leiter der
IOC-Koordinierungskommission für die XXIV. Olymp.
Winterspiele 2022 ernannt.)
ZHUKOV, Klim Aleksandrovich II III IV V VI VII VIII (russ. Mittelalter-Historiker,
Geschichts-Rekonstruktor, Science-Fiction-Autor,
Publizist, Videoblogger, Experte für mittelalterl. Waffen
des 14.-15. Jhs. Leiter einer Reihe von Verbänden der
Bewegung der Geschichts-Rekonstruktion in Russland. Autor
u. Co-Autor von neun Sachbüchern. Studium
an der Fakultät für Geschichte der St. Petersburger
Staatsuniversität in der Abteilung für Geschichte des
Mittelalters mit einem Abschluss in Mediävistik,
Dissertation zum Thema "Das Zweihandschwert in Deutschland
u. Italien im 15.-17. Jh. 1999-2008 wissenschaftl.
Mitarbeiter an der Hermitage in den Abteilungen für
Numismatik u. Waffengeschichte des Arsenals. Ab 2015
arbeitete er zum italien. 15. Jh. u. angelsächs. 6. Jh. Seit
2002 nimmt er als histor. Berater, Statistendarsteller u.
Stuntman an Dreharbeiten teil. 2007 wirkte er als histor.
Kostümberater u. Komparsendarsteller in den Actionszenen des
Films "Alexander. Schlacht an der Neva“. Ab 1999 bloggte er
auf dem Informations- u. Bildungsportal "Rote Sowjets“ u.
auf dem militärhistor. Portal warspot.ru. Kolumnist der
Zeitung Argumenty i fakty, Betreiber eines
eigenen Videokanals auf YouTube. Er hält Vorträge zu
verschiedenen Themen der russ. u. ausländ. Geschichte, die
auf histrf.ru veröffentlicht werden. 2015-18 wurden 380
Videos mit der Teilnahme Zhukovs auf der Website oper.ru
veröffentlicht. Zhukov
vertritt die Meinung, dass eine verantwortungsvolle
Staatsführung eine objektive u. wissenschaftlich fundierte
Berichterstattung über die Geschichte des Landes bieten
sollte, da die unbegrenzte Verbreitung der Pseudogeschichte
- etwa in der Person von s. Lev Prozorov, s. Viktor Suvorov
alias Vladimir Rezun u. Anatolij Fomenko - sowie die
Unterstützung für Geschichtsfälschung auf staatl. Ebene
weitreichende polit. Folgen nach sich ziehen können. Im Jan.
2017 sprach Zhukov auf einer Tagung des Wissenschafts- u.
Bildungsforums mit einem Bericht über „Mythenbildung
von Schriftstellern - am Bsp. der Werke von [s. Boris]
Akunin“, wo er am Bsp. seines Buchs "Geschichte des russ. Staates“
untersuchte, wie es zur Mythologisierung der Geschichte
kommt. Dabei äusserte er die Meinung, dass dieses Werk
keinen wissenschaftl. Wert habe, Fehler enthalte u. den
Leser auf jeder Seite irreführe, u. resümierte, dass die
"Geschichte des russ. Staates“ des Historikers Nikolaj
Karamzin als Lektüre viel nützlicher sei als eine Literatur,
die eine
„minderwertige
Fälschung des histor. Stoffes" darstellt. 2017 unterstützte
er zusammen mit dem Mittelalter-Historiker Igor Danilevskij die Leiterin der
TASS-Sonderprojektgruppe Kristina Nedkova bei der
Vorbereitung des Materials "Lange her u. nicht wahr: Der
Mythos der Schlacht auf dem Eis“, das zeitlich mit dem 775.
Jahrestag der Schlacht am Peipussee zusammenfiel.
Entsprechend kritisch rezensierte er auch den
pseudowissenschaftl. Film "Rjurik". 2020 belegte Klim Zhukov laut
einer Umfrage der Forschungsgruppe "Romir" in der Kategorie
der Internet-Persönlichkeiten, denen die Russen am meisten
vertrauen, den 7. Platz.
Sein Debüt als Science-Fiction-Autor gab
Zhukov 2010 mit dem Buch "Der Soldat des Kaisers“, das er mit
Co-Autorin Ekaterina Antonenko schrieb u. das von den
Abenteuern eines Vertreters einer hochentwickelten
galaktischen Zivilisation im mittelalterl. Europa handelt.
2011-12 schrieb er in Zusammenarbeit mit Aleksandr Zorich die Tetralogie "Traumpilot" im Genre der Weltraumoper, die Teil des Zyklus "Universum ´morgen ist Krieg´" ist.
Zhukov ist politisch überparteilich, betrachtet sich jedoch
als einen Kommunisten, der am Histor. Materialismus festhält.
Kritik: Der Mittelalter-Historiker Vadim Dolgov bemerkte zur Arbeit von
Klim Zhukov, dass er meistens recht wissenschaftl. Fakten
darlege, aber ´nur Fakten´ weckten eben noch kein öffentl.
Interesse. Dabei stilisiere er die Präsentation völlig
gewöhnl. Informationen als "Enthüllung“ hoch. Bei der Analyse
des Videos über die "Schlacht auf dem Eis" gab Dolgov zu
bedenken, dass dies kein Unsinn des Akademikers Fomenko u.
keine "Enthüllungen" des Akademikers s. Jurij Pivovarov seien.
Die „kritische
Anzahl von Ungenauigkeiten sei jedoch deprimierend. Das
Enthüllungspathos sei zwar eine gute Würze, um das Interesse
der Zuschauer in grosser Zahl zu wecken, es verursache jedoch
in hohem Masse Misstrauen gegenüber der Geschichtswissenschaft
insgesamt.")
ZHURAVLJOV, Aleksej Aleksandrovich
II (russ. Politiker, Abgeordneter der 6.-8.
Staatsduma RF, seit 2016 Vorsitzender der Partei "Rodina". 2013 legte Zhuravljov der
Staatsduma einen Gesetzentwurf vor, wonach Homosexuellen
die elterlichen Rechte entzogen werden sollen. Ferner
schlug er vor, den Kindern von Migranten, sollten diese
nicht nachweisen können, dass sie Steuern zahlen, das
Recht auf kostenlose Vorschule u. Sekundarschulbildung zu
entziehen; 2015 schlug er vor, die Produkte von
Unternehmen zu kennzeichnen, die mit den faschistischen
Regimen Deutschlands u. Italiens zusammenarbeiteten.
Ferner leitete er eine Gesetzesvorlage ein, die das Verbot
der „Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts /bei
der Geburt festgelegt/ vorsieht. 2020 legte er der
Staatsduma einen Gesetzesentwurf vor, mit dem die
Resolution des Kongresses der Volksabgeordneten der UdSSR
von 1989 aufgehoben wurde, die den Molotov-Ribbentrop-Pakt verurteilte.
Ferner appellierte Zhuravljov an die
Generalstaatsanwaltschaft RF mit der Forderung, die
Tanuki-Kette japanischer Restaurants zu überprüfen, da der
Abgeordnete die Verwendung von LGBT-Symbolen als Chance
sah, „die Gesundheit u. Entwicklung von Minderjährigen zu
schädigen“. Nach einem Besuch der dt. Aussenministerin
Annalena Baerbock in Charkiv im Jan. 2023 tobte Zhuravljov
in einer russ. TV-Sendung u. warf
die Frage auf, wieso Moskau nicht mit Hochpräzisionswaffen
angegriffen habe.)
ZHUROVA, Svetlana Sergeevna
II
(ehem. russ. Eisschnellläuferin, fünfmalige Meisterin
Russlands im Sprint-Mehrkampf, Weltmeisterin in dieser
Sportart u. 2006 Olympiasiegerin über 500 Meter. 2007
wurde sie als Mitglied der Partei "Einiges Russland" in
die Staatsuma RF gewählt, in der sie die Kommission für
Jugend, Kultur u. Sport leitete. Bei den Olympischen
Spielen 2014 in Sotschi war sie Bürgermeisterin des
Bergdorfs. 2014 stimmte sie als 1. stv. Vorsitzende des
Staatsduma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten
für den Entwurf des föderalen Verfassungsgesetzes „Über
die Aufnahme der Republik Krym u. die Stadt Sevastopol in
die RF u. die Bildung neuer Subjekte innerhalb der RF".
Dies hatte für sie zur Folge, dass sie auf die
Sanktionslisten der EU u. Kanadas gesetzt wurde. Sie
unterliegt auch den Danktionen von GB, Australien, Japan,
Schweiz, Ukraine. 2018 wurde sie in Aserbaidschan „wegen
grober Verletzung der Gesetzgebung der Republik – illegale
Besuche in den besetzten Gebieten Aserbaidschans“ nach
einem Besuch in der nicht anerkannten Republik
Berg-Karabach zur unerwünschten Person erklärt.)
ZHVANECKIJ, Mikhail
Mikhajlovich (gew. russ.-jüd. Satiriker
u. Performer seiner eigenen literar: Werke, Drehbuchautor,
Fernsehmoderator, Schauspieler; Volkskünstler der Ukraine
u. der RF. 2002-19 war er ständiger Moderator der monatl:
TV-Sehsendung "Дежурный по стране" im Kanal "Russland-1". 1988-2020
künstlerischer Leiter des Moskauer Miniaturtheaters,
1990-2020 Präsident des Weltclubs der Odessiten. Im Juni
2012 unterzeichnete er zusammen mit einer Reihe anderer
russ. Kulturschaffender einen offenen Brief zur
Verteidigung der Punkgruppe "Pussy Riot". Im Sommer 2015 nahm das
Kulturministerium der Ukraine den Satiriker in die
"weisse
Liste“ der Künstler auf, die die territoriale Integrität
des Landes unterstützen u. sich gegen „Aggression,
Besetzung und Annexion“ aussprechen.)
ZHVACHKIN,
Sergej Anatolevich
(russ. Ingenieur u. Politiker, seit 2012 Gouverneur des
Gebiets Tomsk. In den 1980er u. 1990er Jahren war er
Manager in verschiedenen Funktionen bei Öl- u.
Gasunternehmen im Tomsker Gebiet. 1999 wurde er in die
Tomsker Gebietsduma gewählt, in der er Mitglied der
Ausschüsse für Wirtschaftspolitik u Bodenschätze,
Öl- u. Gasindustrie u. Energie war. 2004 wurde er zum
Generaldirektor von "Kubangazprom", einer
Tochtergesellschaft von "Gazprom", ernannt, diente aber
weiterhin der Tomsker Duma. 2007 wurde er an die Spitze
von "Gazprom-TransGaz-Krasnodar" berufen, was mit dem Ende
seiner Amtszeit in der Tomsker Gebietsduma zusammenfiel.
1999-2012 war er Präsident des FC Tom Tomsk. Nach dem Rücktritt
des Tomsker Gouverneurs s. Viktor Kress 2012 nominierte
Präsident s. Dmitrih Medvedev Zhvachkin für dieses Amt u
legte den Vorschlag im Feb. 2012 der Tomsker Gebietsduma
zur Bestätigung vor. Die Duma bestätigte ihn u. machte dem
nominierten Gouverneur den Weg ins neue Amt frei. Im März
übernahm er das Gouverneursamt. Im Feb. 2017 trat
Zhvachkin vor der Direktwahl der Gouverneure zurück u.
wurde von Präsident s. Vladimir Putin umgehend zum
amtierenden Gouverneur ernannt. Im Sept. Bei den
Gouverneurswahlen 2017 gewann er eine neue Amtszeit mit
60,58% der Wählerstimmen.)
Neuster Stand 01.23 (20)